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Sprockhöveler Gastronomen haben nach Corona-Pause gemischte Gefühle

Gastronomie : Gastronomen haben gemischte Gefühle

Bei vielen Wirten herrscht noch Unsicherheit, wie sie den 17-Punkte-Plan des Landes umsetzen sollen. Außerdem machen sie sich sorgen, wie sie bei weniger Gästen überleben sollen.

Seit Montag dürfen die Gastronomen in Nordrhein-Westfalen unter Einhaltung einer 17-Punkte-Verordnung ihre Türen wieder öffnen. Neben der Freude darüber, wieder Gäste begrüßen zu dürfen, herrscht bei einigen Gastronomen allerdings auch Unsicherheit. Viele gehen respektvoll an die Aufgabe nach der Zwangspause heran. Die WZ hörte sich bei den Sprockhöveler Gastronomen um und fragte nach, wie diese mit der neuen Situation umgehen.

„Das mit den Masken kennen ja jetzt viele. Das ist noch nicht das Problem. Die Gäste wissen, dass sie die Maske überziehen müssen, wenn sie ihren Platz verlassen, um beispielsweise die Toiletten aufsuchen. Das klappt auch vollkommen reibungslos“, sagt Jennifer Oberhoff, die gemeinsam mit ihrem Vater Bernd Gollasch die Bierkneipe „Haus Brenne“ an der Mittelstraße 1 betreibt. Lediglich das Ausfüllen der Liste, in die sich die Gäste eintragen müssen, würde nicht für Begeisterung sorgen. Besonders, wenn am kommenden Wochenende die Bundesliga anfängt, könnte es passieren, dass Kurzentschlossene wieder zurückgewiesen werden müssen. Lediglich 24 der 35 Plätze stehen der Kneipiers-Familie zur Verfügung.

Kristo Toris, Inhaber des griechischen Restaurants „Sirtaki“, bereiten vor allem die Vorgaben der Ämter große Sorgen. „Wir haben alle Druck, müssen zusehen, dass wir nichts falsch machen“, sagt Toris, der sich schon bei den Vorbereitungen schwer tat. „Wir müssen ja unsere Tischplätze skizzieren. Und das, wo ich in der Schule im Kunstunterricht immer eine Sechs hatte“, sagt Toris mit einer kleinen Portion Galgenhumor. Er hofft, dass in den kommenden Wochen das Wetter schön wird. Denn nur mit Außengastronomie könne er rund 100 Plätze füllen. Kein Vergleich zu normalen Zeiten, wenn rund 200 Plätze besetzt sind.

Auch Sigurd Marmetschke, Inhaber des „Habbels-Restaurant“, geht mit gemischten Gefühlen in die Woche herein. „Es ist schon eine andere Form der Arbeit, bei der wir uns auf neue Gegebenheiten anpassen müssen“, sagt Marmetschke. Offensichtlich halten sich nach Einschätzung des Pächters die Gäste mit Besuchen auch noch etwas zurück. „Die Zahl der  unserer Außer-Haus-Bestellungen war am Dienstag genauso hoch wie die der Reservierungen“, sagt Marmetschke. Er hofft, dass sich die Besuche der Lokale nicht nur auf die Wochenenden konzentriert, sondern auf die ganze Woche verteilen. „Denn nur von Wochenenden kann man mit nur zur Hälfte belegten Plätzen auf lange Sicht nicht überleben“, sagt Marmetschke.

Das Restaurant Tante Anna macht erst am Wochenende wieder auf. Man wolle sich bestmöglich auf die neue Situation vorbereiten, heißt es. „Wir haben gemischte Gefühle, wissen, dass wir sehr vorsichtig sein müssen“, sagt eine Mitarbeiterin.