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Sprockhöveler Gartenfreunde bereiten Saisonstart vor

Natur und Umwelt : „Auch in diesem Sommer droht eine Trockenperiode“

Hobby-Gärtner wollen etwas für die Natur tun, ohne dabei die Corona-Schutzmaßnahmen zu vernachlässigen. Sie erwarten erneut einen Sommer mit langer Trockenperiode.

Morgens blauer Himmel, Sonnenschein bis abends ohne ein Wölkchen: So viel Sonne wie in den vergangenen Wochen hat NRW noch selten erlebt. Gärtner sehen das gute Wetter aber auch mit Sorge: Viele Pflanzen lassen die Köpfe hängen oder entwickeln sich langsamer. Der Rasen zeigt erste gelbe Stellen. „Man sollte ihn jetzt nicht mähen, weil er sonst noch mehr verbrennt“, rät Hans-Walter Sante, Vorsitzender der Gartenfreunde Sprockhövel. Wer seinen Rasen durch Gießen vor dem Vertrocknen retten will, müsse das gründlich tun, erklärt der Gartenexperte: „Ein bisschen Gießen reicht nicht, der Rasen muss bis zur Grasnarbe nass werden.“ Am besten sei dafür Regenwasser geeignet, das auch viel günstiger sei als das aufwändig aufbereitete Trinkwasser. Deshalb emfpiehlt Sante ein Regenwasserfass, das den Regen vom Hausdach auffängt. Rasen könne jedoch auch Trockenperioden durchstehen und erhole sich anschließend wieder.

Wer einen neuen Garten anpflanzt oder Pflanzen austauscht, könne direkt vorsorgen und Züchtungen wählen, die gut mit Trockenheit zurecht kommen. Baumschulen und Gärtnereien haben solche Pflanzen vorrätig. „Denn uns droht auch in diesem Sommer eine Trockenperiode“, glaubt Hans-Walter Sante.

Einen nur aus Steinen bestehenden Vorgarten findet der Gartenfreund allerdings keine gute Alternative. „Steine sind ein Verbrechen an der Natur. Besser ist beispielsweise ein Steingarten, der macht auch wenig Arbeit.“ Dazu werden einzelne Steine im Beet verteilt und genügsame Pflanzen dazwischen gepflanzt. Sind sie erst einmal angewachsen, benötigen sie keine Pflege mehr. Dafür blühen sie in verschiedenen Farben, erfreuen die Passanten und bieten Bienen und anderen Insekten Nahrung.

Tomaten sind für heißes, trockenes Wetter geeignet

Überhaupt betont Sante, dass alle Gartenbesitzer auf insektenfreundliche Pflanzen achten sollten. „Deshalb sollte man lieber heimische als exotische Pflanzen einsetzen, und auch keine gefüllten Blüten, sondern besser einfache Blüten, in denen die Bienen gut an den Nektar kommen.“ Eine schöne Möglichkeit für insektenfreundliche und trockenheitsresistente Pflanzen seien Kräuter wie Thymian und Rosmarin. Diese können auch Wohnungsbesitzer einfach auf dem Balkon pflanzen. Die lila und rosa Blüten schätzen Bienen und Hummeln besonders. „Es macht Spaß, ihnen beim Honigsammeln zuzusehen“, sagt Hans-Walter Sante. Im Garten bietet eine Kräuterspirale einen echten Blickfang – macht allerdings beim Aufbau auch einige Arbeit. Dafür stehen anschließend immer genügend frische Kräuter für Tomatensauce, Aufläufe oder raffinierte Fleischgerichte zur Verfügung.

Viele Menschen versuchen jetzt, da sie durch die Einschränkungen mehr Zeit haben, Gemüse zu ziehen. Wer die Pflänzchen aus Samen ziehen möchte, muss Geduld mitbringen. Jeden Tag müssen die kleinen Pflanztöpfchen gegossen werden, damit irgendwann das Pflänzchen daraus wächst. Dann muss die Pflanze in ein größeres Gefäß oder in den Garten umgetopft werden. Das betrifft beispielsweise Tomaten-, Gurken- oder Zucchinipflanzen. Direkt ins Beet können Möhren, Erbsen und Bohnen gesetzt werden. Beliebt sind auch Radieschen, die gerade Kindern den schnellen Erfolg bescheren. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt vorgezogene Pflänzchen aus der Gärtnerei. Daraus wachsen zuverlässig große Salatköpfe oder Tomatenstauden heran. Bei Tomaten müssen die Hobbygärtner allerdings regelmäßig Triebe herausknipsen, damit sich nicht zu viele Fruchtdolden bilden. Für das heiße, trockene Wetter sind Tomaten jedoch bestens geeignet.