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Sprockhöveler Friseure sind zum Teil auf Wochen ausgebucht

Ende des Lockdowns : Sprockhöveler Friseure sind zum Teil auf Wochen ausgebucht

Ab dem 1. März dürfen die Friseursalons wieder öffnen. Viele sind mehrere Wochen lang ausgebucht. Auf die Sprockhöveler Ladenbesitzer kommt nach Wochen der erzwungenen Untätigkeit viel Arbeit zu.

Am kommenden Montag (1. März) dürfen die Friseure wieder ihre Geschäfte öffnen. Darüber freuen sich nicht nur die Inhaber der mehr als 80 000 Salons in Deutschland, die elf Wochen lang auf einen Umsatz verzichten mussten, sondern auch ihre Kunden. Die „Corona-Matte“ ist seit dem ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr ein geflügeltes Wort und manch ungeschnittene Friseur bringt zutage, dass manche Männer eigentlich Locken haben, der eigene Ansatz ergraut und die Nachbarin keine echte Blondine ist.

„Ich finde es gut, dass viele Kunden Ansatz zeigen“, sagt Melanie Blaschke, Inhaberin von „Haircut by Melanie“ in Niedersprockhövel. Die Friseurin hat gerade Nachschub bekommen. Ware wurde auch während des Lockdowns gebraucht. „Ich habe meinen Kunden Haarfarben und Wasserstoffperoxid zur Abholung verkauft“, sagt sie.

Damit wollte sie verhindern, dass ihre Kundinnen zu einer Farbe aus dem Drogeriemarkt greifen und „wir nachher doppelt so viel Arbeit haben.“ Viel Arbeit werden Blaschke und ihre fünf Mitarbeiterinnen in den kommenden Wochen auf jeden Fall haben.

„Wir haben harte
Wochen vor uns“

Als die Ministerpräsidentenkonferenz am 10. Februar bekanntgab, dass die Friseure am 1. März wieder öffnen dürfen, stand das Telefon nicht mehr still. „Wir haben harte Wochen vor uns“, sagt Blaschke. Die Öffnungszeiten hat sie auf die Zeit von 8 bis 20 Uhr ausgeweitet, drei Stunden mehr pro Tag als üblich. „Den verlorenen Umsatz werden wir nicht mehr reinholen können“, sagt die Friseurin, die sich freut, dass es wieder losgeht. „Aber wir wollen für jeden da sein.“

„Was bringt es uns, wenn wir Tag und Nacht arbeiten?“, fragt hingegen Daniela Voigt, Inhaberin des Friseursalons Metamorphose in Niedersprockhövel. Zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen haben sie in Zweierteams den Laden geputzt, das Außengelände hergerichtet, die Arbeitswagen bestückt und Bestellungen getätigt. Daniela Voigt plant die Wiedereröffnung mit normalen Öffnungszeiten. „Wir haben aus dem ersten Lockdown gelernt“, sagt die Friseurin. Wenn Angestellte zwölf anstatt acht Stunden arbeiten, gehe das zwei Tage, aber nicht zwei Wochen. „Im vergangenen Mai haben wir Doppelschichten gefahren und nach drei Wochen standen wir da“, sagt Voigt.

Sie hat den Anspruch, die Kunden vernünftig zu beraten und ihren Mitarbeiterinnen Pausen zu gönnen, in der sie auch einmal die FFP2-Maske abnehmen können. „Wir unterhalten uns ja permanent“, sagt die Friseurin.

Von ihren Kunden erwartet sie deshalb auch Verständnis, wenn sie nicht in der ersten Woche einen Termin bekommen. „Wir sind bis Ostern quasi ausgebucht – im Normalbetrieb“, sagt Voigt. Es sei „superschade“, dass Kunden die Erwartung hätten, in der ersten Woche einen Termin zu bekommen. „Ich habe böse Anrufe bekommen mit der Drohung, dass Kunden woanders hingehen“, berichtet Voigt. In ihrem Salon kann sie wegen der Hygieneauflagen nur sechs von zwölf Plätzen belegen. Vorgeschrieben sind zehn Quadratmeter pro Person, um den Mindestabstand einzuhalten. Daniela Voigt findet: „Es wäre schön, wenn nicht jeder nur sich, sondern das große Ganze sehen würde.“

Friseurin fordert zum
Zusammenhalt auf

„Es ist wichtig, dass wir jetzt alle zusammenhalten“, sagt Cordula Lenz, Inhaberin des gleichnamigen Friseursalons in Haßlinghausen. Sie hat in den vergangenen Tagen „den Staub von zehn Wochen beseitigt“. In ihrem Geschäft können aufgrund der Hygieneauflagen nur drei Personen gleichzeitig bedient werden. „Ich möchte ja auch gesund bleiben“, sagt die Friseurin über die Maßnahme. Die 54-Jährige freut sich, dass es am Montag wieder losgeht. „Viele meiner Kunden haben darauf gewartet, dass die Friseure wieder aufmachen“, sagt Lenz, die in den kommenden drei Wochen ausgebucht ist. „Ich bin richtig aufgeregt und freue mich auf die Arbeit.“