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Sprockhöveler Einzelhandel macht auf sich aufmerksam

Heimatshoppen : Einzelhandel macht auf sich aufmerksam

Einzelhändler in Niedersprockhövel und Haßlinghausen haben sich für eine Plakataktion zusammengetan.

Die Einzelhändler der Stadt gehen nach dem vorläufigen Höhepunkt der Corona-Pandemie in die Offensive: In Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing-Verein und der Wirtschaftsförderung haben die Gewerbetreibenden eine Plakataktion ins Leben gerufen, in der sie auf den lokalen Handel und somit auf sich selbst hinweisen.

Insgesamt 48 Händler wurden vom jungen Vollmersteiner Fotografen David Tofote in eigenen Räumen abgelichtet, ihr Bild mit einem selbstausgewählten Spruch sowie dem gemeinsamen Slogan „Hier bin ich zu Hause, hier kaufe ich ein“ auf A1-Plakate gedruckt.

Mit prägnanten Erklärungen wie „Bei uns kommt alles aus einer Hand, vom Sehtest bis zur Brille“ (Brillen Brand an der Hauptstraße), „Deine Beratung in der Heimat“ (Modestudio Silke Mikoleit) oder „Ein Tag ohne Dufterlebnisse ist wie ein verlorener Tag“ (Parfümerie Weiß in Haßlinghausen) machen die Händler aus Haßlinghausen und Niedersprockhövel auf ihre Produkte und Dienstleistungen aufmerksam.

Die Idee dabei ist, dass die Händler nicht die eigenen Poster bei sich ins Schaufenster hängen, sondern die eines anderen Händlers des Stadtteils. Warum man die Plakate nicht in der kompletten Händlerschaft durchmischt, erklärt Maren Schlichtholz einfach: „Weil die Stadtkerne von außen betrachtet immer noch getrennt gesehen werden, wurde das auf die beiden Stadtteile aufgeteilt.“ Die Wirtschaftsförderin betont allerdings, dass es sich dennoch um eine Gemeinschaftsaktion handelt. „Wir haben alle Sprockhöveler Händler angesprochen und laden natürlich weiterhin Händler zum Mitmachen ein“, sagt sie. 

„Für den Start ist es in Ordnung. Aber wenn wir beim nächsten Mal eine komplett gemeinsame Aktion starten, steht der Werbering Haßlinghausen dem sicherlich nicht im Wege“, sagt Michael Cramer. Er hat an seinem 13 Meter langen Schaufenster gleich zwei Plakate seiner Mitstreiter aufgehängt und steht der Idee offen gegenüber. Möglichkeiten für ein ganz großes gemeinschaftliches Projekt wird es in Zukunft sicherlich noch geben. Wirtschaftsförderin Schlichtholz hat etwa Postkarten-Aktionen ins Auge gefasst. „Es soll auf keinen Fall eine Eintagsfliege sein“, betont sie. Noch stehe die Kampagne am Anfang.

Auch Sprockhövels Beigeordneter Volker Hoven hat eine klare Meinung zu der Plakataktion: „Hinter jedem Geschäft stehen Menschen. Wir wollen das Heimatshoppen anstoßen“, erklärt er und hofft, dass durch die Plakate die Angebotsvielfalt der Händler in der Stadt noch mehr verdeutlicht wird.

An der Hauptstraße 52, wo rund die Hälfte der Plakate hängen, scheint die Aktion aufzufallen. „Die Leute bleiben minutenlang davor stehen und lesen sich das ganze durch“, sagt Silke Mikoleit.

Die Händlerin hat ein Ladenlokal, das seit ihrem Umzug Mitte April leer stand, für die Aktion zur Verfügung gestellt. „Es ist wichtig, dass wir in diesen Zeiten zusammenhalten“, sagt die Geschäftsfrau. Sie merke auch selbst, wie wichtig der lokale Zusammenhalt ist.