Sprockhöveler Duo ist seit 25 Jahren im Einsatz für das Friedensdorf

Ehrenamt : 25 Jahre Einsatz für das Friedensdorf

Heike Standke und Dorothea Lippa packen erneut Pakete für Tadschikistan.

Heike Standke und Dorothea Lippa kennen sich seit ihren Kindheitstagen. „Befreundet waren wir immer“, bekennen die beiden Hiddinghauserinnen. Doch eine ganz besondere Aktion schweißte sie noch mehr zusammen: Seit 25 Jahren packen sie (fast) jedes Jahr Pakete, die das Friedensdorf in Oberhausen anschließend in den Kaukasus schickt.

Im Jahr 1991 fing alles an: „Der Golfkrieg war der Auslöser für unsere Aktion Waffeln statt Waffen“, erinnert sich Dorothea Lippa. Mit dem Erlös des regelmäßigen Waffelverkaufs unterstützen die beiden Frauen das Friedensdorf, das Kinder aus den Kriegsgebieten in Deutschland medizinisch und psychologisch betreute und bis heute betreut. Die Brücke schlug Pfarrer Hafer, der damals intensive Kontakte zum Friedensdorf pflegte.

„Dann kam die Idee, wir könnten doch etwas tun für Menschen, die in ihren Heimatländern Not leiden“, berichtet Heike Standke. Eine Art Hilfe zur Selbsthilfe sollte es sein. Und so stiegen die beiden Hiddinghauserinnen 1994 in die Paketaktion ein. „Von der Arbeit des Friedensdorfes waren wir begeistert. Und wir können genau nachvollziehen, wo die Hilfe hingeht.“

„In einem kleinen Kreis fing alles an“, erinnern sich die Frauen. Im Laufe der Jahre wurden es immer mehr Pakete, bis vor einigen Jahren 340 Kartons von der Kirchengemeinde Haßlinghausen/Herzkamp/Silschede auf die Reise in die Welt gingen. Nur 2018 pausierte die Aktion: „Nach einem Regierungswechsel wurden die Einfuhrbestimmungen so verschärft, dass im vergangenen Jahr keine Lieferung verschickt wurde“, so Heike Standke.

Ein Paket wiegt 15 Kilogramm
und kostet 34 Euro

In diesem Jahr wird aber wieder fleißig gepackt, wenn auch in einem kleineren Rahmen. „Ausschließlich Tadschikistan wird Pakete erhalten“, sagt Heike Standke. Trotzdem rechnen die Frauen mit gut 200 Kartons, die sich ab Oktober im Gemeindehaus Silschede stapeln werden.

„Die ersten Spenden sind schon eingegangen. Im Moment sammeln wir noch.“ Heike Standke und Dorothea Lippa sind längst alte Hasen, was die Organisation der Hilfssendungen angeht. „Die Pakete sind genormt und enthalten Grundnahrungsmittel, Hygieneartikel, ein wenig Kleidung und meist ein Stofftier“, erklären sie. Jedes einzelne Paket wiegt 15 Kilogramm und kostet 34 Euro – vier Euro für den Karton und 30 Euro für den Inhalt.

Nach all den Jahren wissen die beiden, was im Zielgebiet besonders gut ankommt: „Fischkonserven mit Tomatensauce sind begehrt. Und Zahnpasta.“ Bei ihrem Einkauf werden sie von Rewe Lenk unterstützt, die die Ware anliefern, so dass Heike Standke und Dorothea Lippa gleich mit dem Packen beginnen können.

Und das ist Arbeit genug: Die Kartons müssen zusammengeklebt werden, dann werden sie befüllt, eine Packliste ist ebenso erforderlich wie eine Spendenbescheinigung für die Unterstützer, von denen viele übrigens seit vielen Jahren treu die Aktion begleiten. „Viele ältere Menschen wollen gerne ihren Beitrag leisten, wissen aber nicht, wie sie das 15-Kilo-Paket transportieren sollen“, so Heike Standke. Einigen ist die Aktion ein so großes Herzensanliegen, dass sie sich mühsam das Geld für einen Karton absparen.

Nur beim Packen – da lehnen Heike Standke und Dorothea Lippa jede Hilfe kategorisch ab: „Wenn wir das alleine machen, sind wir einfach schneller“, erklären sie. Außerdem: „Ist es eine wunderbare Gelegenheit für uns, tolle Gespräche zu führen. Dafür haben wir sonst nicht viel Zeit.“  Eine Unterstützung gibt es dann aber doch noch, bei der die beiden hilfsbereiten Frauen nicht „Nein“ sagen: „Man kann uns gerne Kuchen vorbeibringen.“

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