Sprockhövel. Auszubildende entdecken Geschichte

Sprockhövel. · Für die fünf Lehrlinge der Sprockhöveler Stadtverwaltung hieß es im Stock und Scherenberger Stollen „Glück auf“.

 Die Auszubildenden kurz vor dem Gang in den Stollen.

Die Auszubildenden kurz vor dem Gang in den Stollen.

Foto: Stadt Sprockhövel

In einem kleinen Tal an der Autobahn 43, am Pleßbach gelegen, verbirgt sich ein besonderer geschichtlicher Höhepunkt der Stadt Sprockhövel: Der fast 300 Jahre alte Erbstollen Stock und Scherenberg bei Hiddinghausen. Der Verein Bergbauaktiv Ruhr legt den längsten und in der damaligen Zeit modernsten Wasserlösestollen seit sechs Jahren in ehrenamtlicher Tätigkeit Stück für Stück frei.

Auf Einladung der Wirtschaftsförderin Myrjam Passing und unter der Befahrungsleitung des Kumpels Uwe Peise durften die städtischen Auszubildenden Theresa Barcik, Celina-Marie Hoppe, Marie Itzek, Jana Klunkerfoet und Rebecca Piorreck die wieder freigelegten Spuren des Bergbaus in der Stadt besichtigen. Während der Einfahrt erklärten die Kumpel Uwe Peise und Marc Dobrick die geologischen und geschichtlichen Besonderheiten des Stollens. So entdeckte die Gruppe neben dem ältesten, original erhaltenen Steinkohleflöz des Ruhrbergbaus auch Toneisensteingeoden, geologische Störungen und Überschiebungen, Sandstein, Tongestein, Ocker und vieles mehr. Im Schein der Lampe schimmerten an den Wänden des Stollens die verschiedenen Gesteinsschichten in faszinierenden Farbvarianten und auch Formationen. Die Delegation aus dem Rathaus war von dieser touristischen Sehenswürdigkeit ihrer Stadt sehr begeistert.

Der Besucher verliert
Gefühl für Raum und Zeit

So erklärte Myrjam Passing: „Durch Führungen vermitteln die Kumpel ein lebendiges Bild der früheren Arbeit unter Tage.“ Je nach Führungsart sind mehrere hundert Meter des Stollens zu besichtigen. „Bei dieser Befahrung verliert der Besucher das Gefühl für Zeit und Raum und taucht ab in die faszinierende, historische Unterwelt“, so Passing. Der Erlebnisfaktor komme auf keinen Fall zu kurz. Und auch die Auszubildenden fühlten sich – ausgerüstet mit Helm, Stirnlampe und Handschuhen – wie echte Bergmänner. Gummistiefel gehören natürlich ebenso zur Ausrüstung für den Ausflug, nur so lässt es sich sicher und trocken durch das abfließende Wasser waten.