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Sprockhövel will noch besser für sich werben

Bürgerdialog : Sprockhövel will noch besser für sich werben

FDP-Bürgertermin thematisiert Vermarktungsstrategien für die Stadt. Marketingverein will Vereine stärker in die Verantwortung einbinden.

So schön die Lage im Grünen und am Rande der Ballungsräume für Sprockhövel auch ist, als Kleinstadt am südöstlichen Rand des Ruhrgebiets muss die Kommune beständig ihr Image hinterfragen und an ihrer Selbstvermarktung arbeiten, will sie in der Konkurrenz mit anderen Nachbarstädten nicht auf Dauer den Kürzeren ziehen. Da bietet sich das diesjährige Jubiläumsjahr zur Verleihung der Stadtrechte vor 50 Jahren gut an, um eine kritische Bilanz zum Erreichten und Noch-nicht-Erreichten in Sachen Stadtmarketing zu ziehen. Das dachte sich zumindest die FDP Sprockhövel und lud am Montag zu einem Bürgertermin in das Rathaus ein.

Moderiert wurde die Veranstaltung von dem FDP-Landtagsabgeordneten Bodo Middeldorf, der auch in seiner Funktion als Vorsitzender der Zukunftskommission ein Interesse daran hat, dass Sprockhövel in 20 oder 30 Jahren noch ein attraktiver Wohn-, Wirtschafts- und Freizeitstandort ist. Denn auch wenn die Stadt in den vergangenen Jahren als Naherholungsstandort „zunehmend attraktiv“ geworden sei, so müsse die Kommune doch „nach außen noch bekannter werden“, betonte Middeldorf. Dazu müsse in Abstimmung mit der Stadt die Zusammenarbeit mit „übergeordneten Institutionen“ wie dem Ennepe-Ruhr-Kreis, dem Regionalverband Ruhr (RVR) oder auch dem Land intensiviert werden.

Kooperation zwischen Verein
und Verwaltung wird optimiert

Zudem müsse geschaut werden, inwieweit die Kooperation zwischen Politik und Stadtverwaltung auf der einen und dem Stadtmarketing- und Verkehrsverein für Sprockhövel auf der anderen Seite verbessert werden könne. „Wo brauchen Sie Unterstützung“, fragte Middeldorf in Richtung des 2. Vorsitzenden des Vereins, Lutz Heuser. Gerade als Ehrenamtler trügen die Verantwortlichen des Vereins „eine schwere Last“, gestand der FDP-Landtagsabgeordnete ein.

Heuser lobte zunächst, dass sich die Zusammenarbeit mit der Stadt in den vergangenen eineinhalb Jahren „deutlich verbessert“ habe. Nach wie vor bleibe die personelle Ausstattung im Stadtmarketing aber recht dünn. Zudem verstehe sich der Stadtmarketing- und Verkehrsverein eher als Dachorganisation, die Veranstaltungen anstößt, dann aber nicht unbedingt auf Dauer übernehmen müsse. Man habe mittlerweile einige „Leuchtturmprojekte“ in der Stadt ans Laufen bekommen, nun könnten gerne einzelne Vereine die Verantwortung dafür übernehmen, betonte Heuser. So könnte zum Beispiel die TSG Sprockhövel den „Tanz in den Mai“ schultern.

Auch die Verbindungen zu den heimischen Unternehmen sind nach Angaben von Heuser noch ausbaufähig. Hier sei es mitunter schwierig, die Firmen für Aktionen oder Projekte zu gewinnen. Dabei sei die Unterstützung durch die Wirtschaft wichtig, seien dem Stadtmarketingverein doch die zu verplanenden Mittel gekürzt worden. Ein Drittel des Finanzpolsters sei dadurch beschnitten worden, monierte Heuser. Der Verein besuche deshalb regelmäßig die Unternehmerfrühstücke in Sprockhövel, um die Vernetzung mit der heimischen Wirtschaft zu optimieren.

Eine bessere Vernetzung zwischen Stadtmarketing und Wirtschaft wünscht sich auch der städtische Beigeordnete Volker Hoven. In diesem Bereich gebe es noch einen „großen Nachholbedarf“, gestand er. Hier müssten Datenbanken und Plattformen geschaffen werden, damit der Informationsaustausch verbessert werden könne. Zudem solle die Werbung für den Tourismus in Sprockhövel angekurbelt werden: mit Hilfe einer Tourismusbroschüre, die in Print- und Digitalversion vorliegt und demnächst verteilt werden soll. Unter dem Slogan „Sprockhövel ist…“ wolle man damit potenzielle Tagestouristen aus einem Umkreis von etwa 80 Kilometern ansprechen, erklärte Hoven.

Da die Umsetzung von Projekten nach wie vor am lieben Geld hängt, sucht der Stadtmarketing- und Verkehrsverein derzeit zudem einen Mitarbeiter, der europaweit nach Fördertöpfen Ausschau hält, aus denen lokale Vorhaben und Initiativen bezuschusst werden könnten, sagte Heuser. Wenn ein solcher Topf entdeckt sei, wolle man Vereine darauf aufmerksam machen und könne sie auch bei einem entsprechenden Förderantrag unterstützen, betonte er.