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Sprockhövel sucht Lösung für Kiosk am Busbahnhof - es gibt Interessenten

Post-Ärger : Die Stadt will Kiosk am Bahnhof vermieten

Der Pavillon steht seit vier Monaten leer. Drei Interessenten haben sich gemeldet.

Der Kiosk am Busbahnhof in Niedersprockhövel steht seit inzwischen mehr als vier Monaten leer. Ende August vergangenen Jahres hatte die Zentrale Gebäudebewirtschaftung der Stadt (ZGS) dem damaligen Kioskbetreiber per Räumungsklage gekündigt. Permanenter Alkoholverkauf und dessen Konsum sowie die Folgen daraus, etwa Streitereien, hätten die Maßnahme nach Aussage der städtischen Verantwortlichen damals unumgänglich gemacht.

Im September war ZGS-Leiter Ralph Holtze noch frohen Mutes, bereits im Dezember einen Betreiber für den Kiosk zu haben. Doch daraus wurde nichts. Die Renovierung des Gebäudes habe sich witterungsbedingt verzögert. Ob die Vermietung doch etwas problematischer sei als gewünscht, dazu möchte der ZGS-Chef auf WZ-Anfrage nichts sagen, berichtet stattdessen von intensiven Gesprächen mit einem Interessenten. „Dieser Interessent wird sich diese Woche ntscheiden, ob er den Kiosk anmietet“, kündigt Holtze eine baldige Entscheidung an.

Dass die Verwaltung auch Gespräche mit der Post geführt habe, um den Postservice mit dem Kiosk zu verbinden, dementiert Holtze dagegen. Die Idee sei aber eine gute. Nur der vermeintliche Interessent sei genau wegen dieser Idee ins Grübeln gekommen. Ob der potenzielle Betreiber sich selbst um eine Partnerschaft mit der Post bemüht habe, ließ Holtze offen. Da die Post aktuell mit der „Stöberstube“ an der Hauptstraße gerade einen neuen Partner vorgestellt habe, sei aber fraglich, dass es eine weitere Partnerschaft gebe. „Uns sind auch keine Gespräche und Verhandlungen mit der Stadt bekannt“, bestätigte Britta Töllner von der Post-Pressestelle die Aussage von Holtze.

Sollte der Interessent, den der ZGS-Chef mit Verweis auf Datenschutzrichtlinien nicht benennen möchte, nicht in den Mietvertrag einsteigen, so ist Holtze sicher, dennoch eine schnelle Lösung zu finden. Es gebe noch zwei weitere Interessenten. Geplant seien Zeitverträge, die dann durchaus verlängert werden sollen, erläutert Holtze Details der Vertragsgestaltung.

Volker Hoven will die Bürger
beim Busbahnhof beteiligen

„Man hatte uns von Seiten der Verwaltung zugesagt, dass es nicht zu einem langen Leerstand kommen werde. Daher finden wir die Situation natürlich nicht zufriedenstellend“, sagte – darauf angesprochen – Torsten Schulte von der CDU.

Womöglich könnte aber gerade die Ungewissheit, wie lange der Busbahnhof an der jetzigen Stelle bleiben kann und darf, den einen oder anderen Mietinteressenten abschrecken. In dieser Frage scheint die Stadt nicht voranzukommen. „Aus meiner Sicht ist das die einzige Möglichkeit. Aber dazu müsste auch das Stadtbild verändert werden. Daher muss man bei dieser Frage auch mal die Bürger befragen“, sagt der Erste Beigeordnete Volker Hoven, der gerade fundierte und aktuelle Verkehrsuntersuchungen vorbereitet. Der Bürgermeisterkandidat bremst aber zu hohe Erwartungen: „Städteplanungen bleiben meist mehr als 60 Jahre bestehen. Deshalb sind wir bei den Planungen sehr genau mit den Prüfungen“, sagt Hoven.

Das wiederum klingt, als würde der Kiosk erst einmal an seinem bisherigen Standort bleiben. Die Fahrtgäste, viele davon sind Schüler, würden sich über eine Möglichkeit, sich kurzfristig versorgen zu können, sicher freuen.