1. NRW
  2. Sprockhövel

Sprockhövel: Geplanter Kulturzentrum-Bau nimmt Konturen an

Sprockhövel: Geplanter Kulturzentrum-Bau nimmt Konturen an

Für das geplante Kulturzentrum auf dem Zechengelände hat Frauke Schittek die Bauvoranfrage eingereicht.

Sprockhövel. In kleinen Schritten geht es voran: Kurz vor den Osterfeiertagen hatte sich Frauke Schittek mit dem beauftragten Architekten getroffen, um den Status Quo in Sachen Alte Haase zu besprechen. Wie berichtet, plant die Interessengemeinschaft Alte Haase - Sprockhöveler Kulturschaffende und Denkmalschützer, angeführt von Frauke Schittek -, die Errichtung eines Kulturzentrums auf dem alten Zechengelände.

Ende vergangenen Jahres hatte Vinh Vo Huu, Inhaber des größten Teils des alten Zechenkomplexes, der Initiative die Maschinenhalle überlassen - zunächst für einen Zeitraum von drei Jahren. Die Interessengemeinschaft spekuliert laut Schittek allerdings darauf, nach positiv beschiedener Bauvoranfrage die Räume zu kaufen oder anzumieten. Damit will sie Planungssicherheit für eventuelle Investoren schaffen. Preisverhandlungen laufen bereits, die sechsstellige Summe steht bisher noch nicht konkret fest, ein Vorschlag seitens der Initiative sei bisher von Vo Huu weder akzeptiert noch abgelehnt worden. "Wir warten noch die Bauvoranfrage ab, daran hängen eventuell noch Folgekosten, zum Beispiel für ein Lärmgutachten", sagt Schittek. Mündlich hatte ihnen ein Gutachter bereits grünes Licht gegeben.

Architekturpläne, wie das Zentrum aussehen soll, gibt es schon. "Wir wollen den Schornstein und das Gebäude abreißen und an der Stelle einen modernen Glasbau errichten lassen." Das bilde einen optischen Kontrast zur Maschinenhalle und sei im Vergleich zu einer Sanierung die preiswertere Alternative. Der Schornstein ist in das Gebäude eingebaut. Gegebenenfalls komme auch ein Rückbau des Schornsteins in Frage, so dass er nicht mehr einsturzgefährdet ist.

Sofern die Stadt den Bauplänen zustimmt, sollen in Kürze Fördermittel beantragt werden, sagt Schittek. Zuvor stehe noch ein Termin mit der LEG (Landesentwicklungsgesellschaft) an, die die Initiative als Bauherr berät. Zu klären sei unter anderem, welche Rechtsform für das Kulturzentrum am geeignetsten sei. "Wir rechnen mit mindestens sechs Wochen Wartezeit auf den Bescheid über die Bauvoranfrage", sagt Schittek. Immerhin seien viele Bereiche am Entschluss beteiligt, darunter Statik und Brandschutz. "Bis zum Sommer werden wir wissen, wo es hingeht.".

Die Kosten für Um-, Rück- und Neubau schätzen Experten derzeit auf rund 1,5 Millionen Euro. Den gesetzlichen Eigenanteil werde die Initiative nicht durch finanzielle, sondern durch ehrenamtliche Tätigkeiten, Bau- und Renovierungsarbeiten, leisten. Schittek: "Ich bin gespannt, was die Bauvoranfrage ergibt." Wenn das Kulturzentrum steht, kann sich Schittek unter anderem Kulturveranstaltungen, Banketts, politische Veranstaltungen und Seminare vorstellen. "Das ist aber alles noch Zukunftsmusik." Die für den 30.April geplante "Tanz in den Mai"-Veranstaltung indes wurde aus Kostengründen bereits abgesagt.