Jubiläums-Spirituose: Sprockhövel feiert mit Jubiläums-Gin

Jubiläums-Spirituose : Sprockhövel feiert mit Jubiläums-Gin

Brennerei Habbel produziert die Spirituose zum 50-jährigen Bestehen der Stadt. Bei der Herstellung achtet sie auf lokalen Bezug.

Gin liegt immer noch voll im Trend. Gerade im Sommer ist die Spirituose als eisgekühlter Longdrink beliebt. Aber auch pur – etwa nach einem guten Essen – hat das Kult-Getränk durchaus seine Anhänger. Ein wichtiger Bestandteil sind Wacholderbeeren. Auf deren lateinische Bezeichnung „Spurka“ soll auch der Name von Sprockhövel zurückgehen. Diese Parallele brachten Verwaltung und Stadtmarketing auf die Idee, zum 50. Stadtgeburtstag im nächsten Jahr einen Jubiläums-Gin produzieren zu lassen.

Mit der Brennerei Habbel war der passende Partner schnell gefunden. Dort hat Gin bereits seit mehr als 100 Jahren einen hohen Stellenwert. Entsprechend motiviert wird im Betrieb an der Rezeptur zum runden Geburtstag gefeilt. „Wir verwenden regionale Zutaten wie Beifuß und Rhabarber, um den lokalen Bezug herauszustellen“, sagt Michaela Habbel. „Außerdem wird die Filterung durch eine Gesteinsschicht erfolgen, was auf die Steinbruchtradition von Sprockhövel verweist“, erläutert ihr Vater Michael Habbel. Beide führen das Unternehmen zusammen in der dritten und vierten Generation. Mit einer fruchtigen Zitrusnote und moderaten Wacholderaromen soll der Sprockhövel-Gin möglichst viele Geschmäcker ansprechen.

Vier Proben wurden bereits erstellt. Die finale Abstimmung ist zusammen mit der Stadt für die Sommerferien geplant. Danach soll der Gin in einer ersten Charge von 600 Flaschen auf den Markt kommen. Preislich soll er mit rund 20 Euro pro Flasche im erschwinglichen Bereich liegen. „Dafür gibt es dann ein sehr hochwertiges Produkt“, verspricht Michaela Habbel.

Bis zu 20 Kräuter, die sogenannten Botanicals werden in der Herstellung genau aufeinander abgestimmt. Im Destillationsraum von Habbel stehen dafür große Flaschen mit Essenzen und Aromen in den Regalen. Im Gegensatz zum Whisky hat Gin den Vorteil, dass er nicht lange lagern muss. Dadurch kann relativ schnell produziert werden. Ohne genaues Fachwissen und große Sorgfalt bei den Zutaten geht es aber nicht. „Ein Tropfen kann den Unterschied machen“, betont Michael Habbel.

Der Sprockhövel-Gin soll
moderne Geschmäcker bedienen

Im Unternehmen wird großer Wert auf Handarbeit gelegt. Die Rohstoffe stammen zum Teil aus eigenem Anbau. Seiner langen Tradition fühlt sich der Betrieb verpflichtet. „Schon mein Großvater hat Gin gebrannt“, erzählt Michael Habbel. Die Geschichte der beliebten Spirituose reicht bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts zurück. Niederländische Quellen berichten von einem Wacholderschnaps mit der Bezeichnung Genever. Wilhelm III von Oranien-Nassau brachte das Destillat bei seiner englischen Thronbesteigung mit auf die britische Insel. Hier erhielt es den Namen Gin.

Anders als der klassische „London Dry Gin“ sind heute eher Sorten mit geringerem Wacholderanteil gefragt. Darauf hat sich auch die Brennerei Habbel eingestellt, die derzeit zwei Abfüllungen anbietet. „Durch die Kombination interessanter Aromen sind sehr spannende Geschmacksnoten möglich“, sagt Michaela Habbel. Auch der Sprockhövel-Gin werde in eine moderne Richtung gehen. Genießer sollten bei der Longdrink-Variante zu einem hochwertigen Tonic-Water greifen. „Billige Marken sind oft zu süß“, erläutert Michael Habbel. Als Zugabe im Glas dürfe es statt der Zitronenscheibe auch gern mal Rosmarin oder Salbei aus dem heimischen Garten sein. Außer Gin ist für Habbel auch Whisky ein immer wichtiger werdender Geschäftszweig. 100 Fässer Whisky werden mittlerweile pro Jahr hergestellt, das sind rund 35 000 Flaschen. Für die Produkte gab es schon zahlreiche Auszeichnungen. Der Betrieb darf sich aktuell zu den „World-Class Distilleries 2019“ beim renommierten World Spirits Award zählen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung