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Sportplatz Hasslinghausen: „Nicht ohne doppelten Boden“

Sportplatz Hasslinghausen: „Nicht ohne doppelten Boden“

Bürgermeister verteidigt geplanten Verkauf.

Haßlinghausen. Mit der Pleite bei der europaweiten Ausschreibung zum Verkauf und zur Bebauung des Sportplatzes Haßlinghausen - es gab am Ende eines neunmonatigen Verfahrens kein akzeptables Angebot - steht Sprockhövel nicht alleine da.

"In Witten gab es für ein Filetgrundstück am Ende auch nur zwei Bewerber, auch dort wurde das Verfahren aufgehoben. In Gelsenkirchen gab es gar keinen Bewerber", sagt Bürgermeister Klaus Walterscheid und wehrt sich gegen den Vorwurf, das Scheitern sei vorhersehbar gewesen: "Es gab noch keine Erfahrungen mit diesem von der EU neu vorgeschriebenen Verfahren. Wir waren mit die ersten, die es angewendet haben."

Inzwischen kommt der Städte- und Gemeindebund zu dem Schluss, dass dieses komplizierte Verfahren nicht zur Stadtentwicklung geeignet ist. Dass die Bebauung des Sportplatzes in Haßlinghausen nicht nur dazu da sein soll, einen Neubau am Landringhauser Weg (die Pläne liegen fertig in der Schublade, Kostenpunkt: 3,3 Millionen Euro) zum großen Teil zu finanzieren, sondern auch neue Einkaufs- und Wohnmöglichkeiten zu schaffen, hat für Walterscheid nach wie vor seine Berechtigung.

Er verteidigt die von der Verwaltung vorgeschlagene Aufstellung eines dementsprechenden Bebauungsplans und die Selbstvermarktung des Grundstücks. "Das Risiko ist vielleicht ein bisschen größer, als wenn wir einen Gesamtinvestor hätten, aber nach ersten Gesprächen ist das Interesse schon recht groß. Wir würden so etwas ja nicht ohne Netz und doppelten Boden vorschlagen", erklärt er.

Walterscheid kann sich auch vorstellen, vor diesem Hintergrund den Bau des neuen Sportplatzes wie geplant vorzufinanzieren und schnell in Angriff zu nehmen. Wie berichtet, müsste Ende Oktober erst ein entsprechender politischer Grundsatzbeschluss gefällt werden.

Neben der Bürgerinitiative zum Erhalt des alten Sportplatzes fordern auch die kleinen Parteien, die Möglichkeit der Sanierung an alter Stelle jetzt wieder ins Kalkül einzubeziehen.