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Schee: Warten auf den Lückenschluss

Schee: Warten auf den Lückenschluss

Viele Radfahrer hoffen auf den Anschluss nach Wuppertal.

Schee. Als wichtige Verkehrsader zwischen dem Bergischen Land und dem Ruhrgebiet galt einst die historische Bahntrasse. Wo früher Kohle von Dampfloks in Güterwaggons transportiert wurde, radeln heute Freizeitsportler oder flanieren Spaziergänger. Noch fehlt allerdings etwas, um das Glück perfekt zu machen: Solange der Tunnel Schee gesperrt ist, fehlt der Anschluss an die Wuppertaler Nordbahntrasse. Bei sonnigem Wetter hat die WZ am Freitag Radfahrer auf dem Radweg an der Quellenburgstraße/Ecke Scherenberg nach ihrer Meinung gefragt.

Für Sean Feldhaus (13) ist die Sache klar: "Wenn der Ausbau endlich käme, könnte ich statt den Bus mein Fahrrad für den Schulweg zum Carl-Duisberg-Gymnasium nehmen." Der 13-Jährige wohnt nämlich am Mollenkotten - nahe der Stadtgrenze zwischen Wuppertal und Haßlinghausen. Praktisch dabei: Sean ist als begeisterter Mountainbiker Mitglied im NRW-Kader und könnte die Strecke von daheim bis zur Schule und zurück sogar als Trainingseinheit werten. Bisher fährt er die historische Bahntrasse vier Mal hin und her - und das jeden Tag. "Ungeduldig warte ich schon seit gut zwei Jahren auf den Ausbau", sagt Udo Dietrich. So wie ihm gehe es, so der Gevelsberger, vielen Radfahrern, mit denen er auf dem Weg ins Gespräch komme. "Wenn es endlich so weit ist, würde ich mit dem Rad bis zum Zoo und nach Vohwinkel fahren." Der Rentner sieht in dem Lückenschluss eine "touristische Chance für Wuppertal". "So wachsen das Bergische Land und das Ruhrgebiet enger zusammen."

Allgemein sehen die Radfahrer einen Trend in NRW, alte Bahnstrecken als Radwege zu reaktivieren. Der Vorteil liegt für Karsten Reth aus Wetter nicht auf der Hand, sondern im Bein: "Die Wege sind flach und gut zu radeln." Kein Wunder: Mussten doch einst schwere Dampfloks die Strecke ohne Probleme nehmen - steile Anstiege waren da nicht drin.

"Ach, einen Abstecher nach Wuppertal würde ich hin und wieder gerne mit dem Rad einlegen", sagt Susanne Stein aus Schwelm. "Dann könnte ich meinen sportlichen Ausgleich glatt noch mit einem Einkauf in der Innenstadt verbinden."

Ohne große Anstrengung ist Stefan Maler die Strecke von Silschede nach Schee mit dem Rad gefahren. Ein wenig traurig wirkt er schon, dass der Radweg in wenigen Kilometern endet. Gebe es jetzt schon den Lückenschluss, hielte das Fahrvergnügen noch länger an. Bis nach Wuppertal sind’s nämlich noch 15 Kilometer - so steht es zumindest auf dem Wegweiser.