Sanierung der Zwiebelturmkirche in Sprockhövel soll im Frühjahr beginnen

Sanierung : Kirchensanierung beginnt im Frühjahr

Um höhere Kosten zu vermeiden, wird das Gerüst noch nicht aufgestellt.

Sie sind seit langem geplant, im Frühjahr sollen sie beginnen: die Sanierungsarbeiten an der Zwiebelturmkirche. Die Baugenehmigung lag bereits im Herbst vor, doch die Evangelische Kirchengemeinde Bredenscheid-Sprockhövel hat den Start der Sanierung aus zwei Gründen verschoben. „Die Einrüstung ist immens teuer. Deshalb wollen wir das Gerüst erst bei entsprechender Witterung aufstellen“, sagt Pfarrer Arne Stolorz. Zum anderen habe Alt-Bürgermeister Klaus Walterscheid dazu geraten, einen Antrag auf einen Bauzuschuss des Landes zu stellen. „So ein Antrag muss vor Baubeginn gestellt werden“, sagt Stolorz. Bei einer Sanierungssumme von insgesamt 750 000 Euro lohne es sich, zu warten.

Zunächst soll das Dach neu verschiefert werden. „Die Dacheindeckung ist undicht, so dass Feuchtigkeit eindringt“, sagt Christian Haselhoff, Architekt des Kirchenkreises. Durch die Feuchtigkeit seien Pilze entstanden, die das Holz zersetzen. Die Hölzer, die befallen sind, werden herausgesägt und durch ein neues Stück Eichenholz ersetzt. Das Problem: „Im ganzen Dachstuhl wurde Holzschutzmittel verwendet, um Pilze zu verhindern“, sagt Haselhoff. Beim Heraussägen werden die Giftstoffe aus den Holzschutzmitteln wieder freigesetzt. Deshalb muss der Kirchturm nicht nur eingerüstet, sondern auch eingehaust werden, damit das Sägemehl und giftige Stäube nicht in die Luft geraten.

„Wir arbeiten mit einem dichten Folienraum mit einer Absaugvorrichtung mit Hepa-Filter“, erklärt Haselhoff. Diese Filter scheiden kleinste Schwebstoffe aus der Raumluft ab, unter anderem Feinstaub, Pollen und Sporen. Die Zimmermänner müssen sich nach Angaben von Haselhoff mit Atemmasken schützen.

Gearbeitet wird von oben nach unten: Das Gerüst wird auf Teilen der Dachhaut stehen, um den Turm einzurüsten. Dann soll der Schiefer entfernt werden, um an die Dacheindeckung zu kommen. „Die Feuchtigkeitsschäden befinden sich hauptsächlich an den Punkten, an denen das Holz auf die Mauer trifft“, sagt Haselhoff. Dort habe sich das Wasser gesammelt. Während der Sanierung wird das Dach mit einer Abdeckung versehen, die bei Bedarf hochgeklappt werden kann. Anschließend wird das Dach des Langschiffs erneuert. Da der ursprüngliche Schiefer nicht mehr erhältlich ist, wird eine neue Dacheindeckung gebraucht. „Die Denkmalpflege gibt vor, dass der Schiefer zum Ortsbild passen muss“, sagt der Architekt. Das könne Sauerländer oder auch Spanischer Schiefer sein.

Die Sanierung gleicht
einem Überraschungsei

Pfarrer Arne Stolorz geht davon aus, dass die Sanierung eineinhalb Jahre dauern wird. Die Summe für die Sanierung bringt die Kirchengemeinde durch Eigenmittel auf. Dafür hat sie Gebäude verkauft. 245 000 Euro wurden von Gemeindemitgliedern gespendet, weitere 50 000 Euro erhält die Kirchengemeinde aus einer kirchlichen Stiftung. Der Härtefonds des Kirchenkreise beteiligt sich mit zehn Prozent an den Maßnahmen zum Erhalt der Kirche.

Im zweiten Bauabschnitt geht es um die Schäden im Inneren der Kirche. „Risse in der Kirche zeigen, dass da etwas getan werden muss“, sagt Pfarrer Arne Stolorz, dem sehr daran gelegen ist, dass weitere Maßnahmen von der Gemeinde finanziell unterstützt werden.

Die Gesamtkosten sind bei einem alten Gebäude schwer abzuschätzen. „Wir haben lange geplant“, sagt Christian Haselhoff. Letztendlich sei die Sanierung eines Gebäudes wie ein Überraschungsei. „Die Schäden sieht man am besten, wenn die Dacheindeckung aufgenommen wird“, so Haselhoff. Die Herausforderung sei, dass eventuell mehr gemacht werden muss, als man angenommen habe.