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Sabine Noll ist Sprockhövels erste Bürgermeisterin in 50 Jahren

Kommunalwahl : Sabine Noll ist Sprockhövels erste Bürgermeisterin

Die Bürger haben entschieden: Die Kandidatin von CDU und Grünen gewinnt die Wahl mit Abstand.

Der Trend zu schwarz-grünen Bündnissen in der Politik ist nun auch in Sprockhövel erfolgreich gewesen. Die dortige Bürgermeisterkandidatin von CDU und Grünen, Sabine Noll, siegte bei der Kommunalwahl mit deutlichem Abstand gegen ihren Konkurrenten aus den Reihen von SPD, FDP und der Wählervereinigung WfS, Volker Hoven. Auf Noll entfielen laut dem vorläufigen Endergebnis 57,9 Prozent der abgegebenen Stimmen, auf Hoven 42,1 Prozent.

Noll, die derzeit noch Kämmerin in der für ihre Null-Schulden-Politik bekannten Stadt Monheim am Rhein ist, dankte ihren Wählerinnen und Wählern bei einem Besuch in der Sporthalle Haßlinghausen, in der die Wahlergebnisse präsentiert wurden. Sie sei „natürlich überglücklich“ über den Sieg, sagte die 51-Jährige. Mit einem derart klaren Vorsprung habe sie nicht gerechnet. Sie freue sich nun auf die Zusammenarbeit mit der Verwaltung. Konkurrent Hoven, der als Beigeordneter der Stadt Sprockhövel auch auf seinen Heimbonus gesetzt hatte, gratulierte der designierten Bürgermeisterin. Ab November wird Noll die Amtsgeschäfte in Sprockhövel übernehmen.

Ansonsten wurde die Präsentation der Ergebnisse der Kommunalwahl in der Sporthalle von technischen Problemen überschattet. So konnte das Rechenzentrum der Stadt Hagen, in dem die Wahlergebnisse digital einlaufen sollten, die Daten nicht aufnehmen und verarbeiten. Die Folge: Zwischenzeitlich konnten weder die Kreisverwaltung in Schwelm noch die Städte im Ennepe-Ruhr-Kreis die Wahlergebnisse präsentieren. Eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Sprockhövel trug die Ergebnisse aus den 20 Stimmbezirken ihrer Kommune deshalb auch teilweise manuell ein.

Landrat Olaf Schade
bleibt im Amt

Die technischen Probleme waren umso ärgerlicher, weil am Sonntagabend noch in vier weiteren Wahlgängen Entscheidungen fielen. So wurde die CDU bei der Wahl zum Stadtrat mit fast 31,8 Prozent stärkste Fraktion. Die SPD erhielt als Zweitplatzierte 26,6 Prozent, dicht auf folgten die Grünen mit 24,8 Prozent. Die FDP kam auf 8,8 Prozent. Die SPD musste damit gegenüber der letzten Kommunalwahl deutliche Stimmverluste hinnehmen. 2014 waren die Sozialdemokraten noch mit 38,1 Prozent stärkste Fraktion im Stadtrat geworden. Die CDU erzielte 29,4 Prozent, die Grünen 12,8 Prozent, die FDP 8,6 Prozent.

Aber auch auf Kreisebene wurde gewählt. Hier erzielte der amtierende Landrat Olaf Schade (SPD) mit 61,5 Prozent der abgegebenen Stimmen die absolute Mehrheit. Er wurde damit im Amt bestätigt. Mitbewerber Oliver Flüshöh, der von CDU und FDP ins Rennen geschickt worden war, erreichte 38,5 Prozent.

Bei der Wahl zum Kreistag musste vor allem die SPD wieder deutliche Verluste schlucken. Sie wurde zwar mit 31,3 Prozent stärkste Fraktion, hatte allerdings einen Rückgang in der Wählergunst um 8,1 Punkte gegenüber der letzten Kommunalwahl hinzunehmen. Die CDU wurde mit 26,8 Prozent zweitstärkste Fraktion, sie hatte einen Rückgang von 1,9 Punkten zu verzeichnen. Auch auf Kreisebene sind die Grünen im Aufschwung: Sie steigerten ihr Ergebnis um 7,8 Punkte auf 20,8 Prozent. Auf Platz vier landete die FDP mit 5,8 Prozent und einem Zuwachs von 1,3 Punkten. Die AfD erreichte 5,4 Prozent – das bedeutete einen Zuwachs von 1,8 Punkten.

SPD siegt bei der Wahl zur Verbandsversammlung

Erstmals durften die Bürger im Ruhrgebiet auch über die Zusammensetzung der Verbandsversammlung des Regionalverbands Ruhr (RVR) - das sogenannte Ruhrparlament – abstimmen. Bei der Wahl der in Essen tagenden Verbandsversammlung hatte die SPD mit 29,4 Prozent die Nase knapp vor der CDU (27,2 Prozent) vorn. Die Grünen erreichten 20,3 Prozent, die AfD kam auf 7,1 Prozent, die Linke auf 4,1 Prozent und die FDP auf 3,7 Prozent.