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Rat diskutiert über Umzug des Bauhofs

Stadtrat : Rat diskutiert über Umzug des Bauhofs

Die Sanierung des Gebäudes lohnt sich nach Ansicht der Gebäudebewirtschaftung nicht.

Mit dem möglichen Umzug des städtischen Bauhofs befasst sich am Donnerstagabend der Stadtrat Sprockhövel. Das Gebäude am Rathausplatz in Haßlinghausen ist mittlerweile gut 50 Jahre alt und in die Jahre gekommen. Zudem wird das Objekt den Arbeitsabläufen, die in einem modernen Dienstleistungsunternehmen anfallen, nicht mehr gerecht: Wegen der topografischen Lage erstreckt sich das Gebäude über drei Ebenen. Überdies erfüllt das rund 5000 Quadratmeter große Gelände nicht mehr die aktuelle, 2017 neugefasste Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen.

Neuer Bauhof könnte auch am Feuerwehrgerätehaus entstehen

Das wurde bei einer Ortsbegehung deutlich, die Anfang Juli auf dem Gelände des Bauhofes stattfand. Neben dem Beigeordneten Volker Hoven nahm auch der Leiter der Zentralen Gebäudebewirtschaftung Sprockhövel (ZGS), Ralph Holtze, und der Gewässerschutzbeauftragte der Stadtverwaltung, Matthias Neumann, an dem Rundgang teil. Dabei wurde festgestellt, dass viele Bereiche im Bauhof versiegelt werden müssten, um die Auflagen des Gewässerschutzes zu erfüllen, so Holtze.

In den kommenden zwei Jahren müssten zahlreiche Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen am jetzigen Bauhof umgesetzt werden. So müssten allein für 400 000 Euro der Salzbunker und das Lager abgerissen und neugebaut werden. Des Weiteren wurden bei Kontrollen Brüche und Absenkungen im Schmutzwasserkanal festgestellt. Auch diese Schäden müssten repariert werden. Überdies müsste am Radweg ein Regenrückhaltebecken entstehen. Auch bei der geplanten Erweiterung des Bauhofes – einen 800 Quadratmeter großen Grundstücksstreifen neben dem jetzigen Gelände – würden Kosten anfallen: Dort müssten eine Pflasterung und eine Entwässerung finanziert werden.

Zusammengenommen ergibt das ein Kostenvolumen von etwa 1,35 Millionen Euro, das für die Sanierung des Bauhofes zu Buche schlagen würde, erklärt Holtze. Eine Summe, die angesichts des Alters des Objekts nicht mehr investiert werden sollte – zumindest wenn man das Vorhaben unter ökonomischen Gesichtspunkten berücksichtigt. „Das Gebäude hat nicht mehr die Lebenserwartung, dass sich die Kosten amortisieren würden“, sagt der ZGS-Chef.

Deswegen gibt es nun die Überlegung, den Bauhof an einem anderen Standort neu zu errichten. Nach den Vorstellungen der ZGS soll der neue Bauhof an dem ebenfalls noch zu bauenden Feuerwehrgerätehaus an der Hiddinghauser Straße in Niedersprockhövel entstehen. Durch die Zusammenlegung von Feuerwehr und Bauhof könnten zudem wichtige Synergieeffekte gehoben werden. So könnten beide Einrichtungen ein gemeinsames Regenrückhaltebecken auf dem Gelände nutzen, außerdem könnten Mitarbeiter des Bauhofes bei kleineren Reparaturen an den Feuerwehrfahrzeugen helfen.

Eine Fläche von etwa 4000 Quadratmetern stünde an dem neuen Standort für den Bauhof zur Verfügung. Die Kosten dürften sich nach jetziger Schätzung auf rund 1,7 Millionen Euro belaufen. Das wäre zwar teurer als eine Sanierung des jetzigen Standortes in Haßlinghausen. Allerdings könnte das Gelände des alten Bauhofes auch verkauft werden. Bei einer Nutzung als Baugrundstück könnte ein Verkaufspreis von etwa 900 000 Euro erzielt werden. Hinzu kämen aber auch noch Abbruch- und Entsorgungskosten von rund 150 000 bis 200 000 Euro, die bei einem Wegzug von dem jetzigen Gelände des Bauhofes anfielen.

In der Sitzung des Betriebsausschusses vom Montag wurde die ZGS bereits beauftragt, Vorplanungen für den Umzug des Bauhofes inklusive einer Kostenschätzung zu erarbeiten und bei einer der kommenden Sitzungen vorzustellen. Folgt auch der Stadtrat in der Sitzung vom Donnerstag diesem Votum, kann die ZGS eine Bauvoranfrage bei der Stadt stellen. Sollte alles nach Plan verlaufen und der Stadtrat die Pläne im kommenden Jahr absegnen, könnten gleich zwei Neubauten auf dem Gelände der ehemaligen Traglufthalle in Niedersprockhövel entstehen. Im Optimalfall könnte nach der Eröffnung des neuen Feuerwehrgerätehauses im Frühjahr 2020 einige Monate später der neue Bauhof folgen.