Profitiert die Hauptschule von Schülern aus Hattingen?

Profitiert die Hauptschule von Schülern aus Hattingen?

Schule: In Hattingen wird derzeit die Auflösung der Hauptschule diskutiert. Die Schüler würden dann nach Sprockhövel geschickt.

Niedersprockhövel. So viel ist aus dem neuen Schulentwicklungsplan schon bekannt: Den Bestand der Gemeinschaftshauptschule in Niedersprockhövel sieht die Verwaltung in den nächsten Jahren nicht gefährdet - jedenfalls vorbehaltlich der Bildungspolitik, die mögliche Koalitionäre in Düsseldorf machen werden.

30Schüler haben sich für das kommende Schuljahr angemeldet und werden zwei fünfte Klassen bilden. Zwischen 25 und 30 prognostiziert die Verwaltung auch für die kommenden fünf Jahre die Zahlen, wobei erfahrungsgemäß die Hälfte der Schüler aus anderen Städten kommen, vorwiegend aus Hattingen.

Die für ihre pädagogische Arbeit mehrfach ausgezeichnete Schule hebt sich dadurch von vielen anderen Hauptschulen der Umgebung ab und könnte in Zukunft davon profitieren, dass immer mehr Hauptschulen aufgelöst werden und Schüler aus anderen Städten nach einer Alternative suchen.

Derzeit wird in Hattingen die Auflösung der einzigen verbliebenen Hauptschule ab dem Jahr 2011 diskutiert. Für 2010 sind dort derzeit 13 Schüler angemeldet, insgesamt besuchen die Schule derzeit nur noch 152 Schüler (Niedersprockhövel: 214, aber Sommer 199). Eine entsprechende Verwaltungsempfehlung hat der Hattinger Schulausschuss auf den Rat am 8. Juli vertagt. Die Sprockhöveler Verwaltung wurde im Vorfeld bereits gefragt, inwieweit die Gemeinschaftshauptschule an der Dresdner Straße künftig noch mehr Hattinger Schüler aufnehmen könnte. Von der Raumkapazität her gäbe es kein Problem, wenn ab 2011 in Hattingen keine Eingangsklasse mehr gebildet würde und die dortige Schule schrittweise "auslaufen" würde.

Bei einer Auflösung der Hattinger Schule auf einen Schlag und einer Überführung aller Schüler nach Sprockhövel würde nach jetzigem Stand "nur" ein Klassenraum fehlen. Elf Klassenräume gibt es aktuell, ein weiterer könnte zur Not in einem der zwei bisherigen Musikräume geschaffen werden. Aus Sicht der Sprockhöveler Verwaltung käme deshalb eine Komplettauflöäsung der Hauptschule in Hattingen frühestens im Jahr 2013 in Frage. Denn erst dann wäre bei zusammen 280 Schülern von insgesamt nur noch zwölf Klassen auszugehen.

"Wir müssen aber abwarten, was in Hattingen beschlossen wird", sagt Evelyn Müller, Fachgebietsleiterin Jugend, Schule und Soziales bei der Stadt.