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Orkantief Friederike löst 250 Einsätze aus

Orkantief Friederike löst 250 Einsätze aus

Zahlreiche Anrufe gingen in der Leitstelle im Kreishaus ein. Zumeist ging es um umgestürzte Bäume.

EN-Kreis. Ungezählte Anrufe in der Kreisleitstelle, umgestürzte Bäume und abgedeckte Dächer, gesperrte Straßen und unzugängliche Rathäuser: Orkantief Friederike hat die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Technischem Hilfswerk (THW) am Donnerstagmittag in Atem gehalten. Seit 10 Uhr und bis in die frühen Nachmittagsstunden hatten die neun Disponenten in der Leitstelle im Schwelmer Kreishaus Anruf auf Anruf entgegen genommen. Aus der siebten Etage werden die Einsätze der Feuerwehren und Rettungskräfte in den neun Städten des Kreises koordiniert.

Am Ende waren es rund 250. Der Schwerpunkt lag im Nordkreis, Friederike traf vor allem die Städte Hattingen, Herdecke, Wetter und Witten. Neben Feuerwehr (470 Kräfte) und THW (80 Kräfte) waren auch Polizei und weitere Hilfsorganisationen damit beschäftigt, im gesamten Kreis wieder aufzuräumen und für Sicherheit zu sorgen.

Glück im Unglück hatten nach Angaben der Kreispolizeibehörde vier Autofahrer. Ihnen fielen während der Fahrt Bäume auf ihre Autos. Es blieb bei Blechschäden. Leicht verletzt wurden hingegen vier Personen. Während eine von ihnen von der Feuerwehr aus einem abgerutschten Hang gerettet werden musste, wurden die anderen beiden von umherfliegenden Teilen getroffen beziehungsweise von einer Windböe erfasst. Zudem klemmte sich ein Feuerwehrmann den Fuß ein.

Schwerpunktmäßig ging es für die Einsatzkräfte darum, umgestürzte Bäume sowie die Folgen abgedeckter Dächer zu beseitigen. Dazu kamen aber auch andere Fälle: An der Wittener Hellweg Schule drohte das Dach der Turnhalle abzustürzen und in Ennepetal bescherte ein Dachschaden am Schulstandort Breslauer Straße den Schülern der Sekundarschule heute einen freien Tag. In Einzelfällen sollen Hausdächer so stark beschädigt sein, dass die Bewohner zunächst bei Verwandten unterkommen müssen.

In Hattingen war der Zugang ins Rathaus wegen herabfallender Ziegel zeitweise nicht möglich, in Herdecke kann das Rathaus aus gleichem Grund nur durch den Hintereingang betreten werden, in Ennepetal hatte die Regionalstelle des Jobcenters EN wegen eines Schadens am Dach am Donnerstagnachmittag geschlossen. Bereits am Vormittag hatten die Berufskollegs Ennepetal und Witten des Kreises sowie weitere Schulen in den Städten ihren Unterricht frühzeitig beendet.

Auch wenn Friederike am Donnerstagmittag abgezogen ist, die Kreisverwaltung warnt davor Wälder zu betreten. Noch immer hängen etliche abgebrochene Äste in Baumkronen, die beim nächsten Wind herabfallen können. Außerdem ist der Boden durch den Regen der vergangenen Tage durchnässt und die Standfestigkeit der Bäume ist beeinträchtigt. Das damit verbundene Risiko sollte kein Bürger unterschätzen.