Neuer Schulleiter bringt rheinischen Humor mit

Neuer Schulleiter bringt rheinischen Humor mit

An der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule übernimmt Christoph Uessem die Leitung. Nachdem seine Vorgängerin Dorothee Waskönig-Kessel vor den Sommerferien in den Ruhestand verabschiedet worden war, hat die Gesamtschule damit wieder einen offiziellen Leiter.

Haßlinghausen. "Warum hat sich denn noch keiner an den Schnittchen bedient?" Gleich mit seinen ersten Worten nahm Christoph Uessem am Montag seiner Inthroniesierung als neuer Leiter der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule jeglichen Anflug von Steifheit. Mit einem Dezernenten der Bezirksregierung im Schlepptau hatte er mit Verspätung die Mensa betreten, wo Schüler-, Lehrer und Elternvertreter schon warteten.

Der rheinische Humor des gebürtigen Bonners Christoph Uessem ist an der Schule schon seit Jahren bekannt. Daran werde sich auch in neuer Funktion nichts ändern, das machte der 54-Jährige, zuletzt Leiter der Oberstufe, deutlich.

Nachdem seine Vorgängerin Dorothee Waskönig-Kessel vor den Sommerferien in den Ruhestand verabschiedet worden war, hat die Gesamtschule damit wieder einen offiziellen Leiter. Die Schulkonferenz hatte sich bereits im August für Uessem ausgesprochen, der einziger Bewerber war. Der Ennepe-Ruhr-Kreis als Schulträger und die Bezirksregierung in Arnsberg segneten das jetzt ab.

"Er behandelt alle fair und gibt auch Schülern das Gefühl, dass er sich in sie hineinversetzen kann", sagt Schülersprecher Marcel Schulte und macht damit deutlich, warum Uessem in der Schülerschaft so beliebt ist. "Er hat immer einen lockeren Spruch, das kommt bei Schülern gut an. Er ist das Beste, was uns passieren konnte", meint eine Oberstufenschülerin.

Sorge, dass man bei ihm nicht zwischen Humor und Ernsthaftigkeit unterscheiden könnte, hat Uessem nicht. "Die Kollegen kennen mich. Und die Schüler merken auch schnell, was sie ändern sollen", sagt er. Humor gebe die herrliche Möglichkeit auch Böswilligkeiten so zu verpacken, dass es nicht ganz so weh tut.

Für sein Kollegium bricht Uessem eine Lanze. Auch der trotz der Größe mit 1200 Schülern wenig städtische Charakter der Schule gefällt ihm sehr gut, ebenso wie die Ausstattung.

Warum er sich um den Posten beworben habe? "Weil es mir Spaß macht, etwas zu verändern und weil ich mir das zutraue", antwortet er trocken und knapp. Derzeit überlege er mit den Kollegen, ab kommendem Jahr in der fünften Jahrgangsstufe Profilklassen einzurichten. Bisher gibt es eine Chorklasse mit vier Stunden Musikunterricht pro Woche. Uessem kann sich das auch für Kunst/Werken, Englisch, Umwelt, Computer und Sport vorstellen.

Gibt es denn etwas , was ihn an seiner Schule stört? "Am meisten der Müll", antwortet er und will auch dieses Thema anpacken. Dass das mit erhobenem Zeigefinger allein nicht gelingt, ist ihm klar und auch nicht seine Art. "Wir werden uns auch über eine sinnvolle Mülltrennung Gedanken machen. Ich denke bis zu einem gewissen Grad wird Verhalten auch über die äußeren Gegebenheiten gefördert."

Trotz der organisatorische Aufgaben will Uessem möglichst auch weiter unterrichten. Deutsch, Literatur und Sozialwissenschaften sind seine Fächer. Sein Leitsatz: "Eine Stunde, in der nicht mindestens einmal gelacht wurde, ist vertan."