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Nach der Trockenheit kommen bei Sprockhövels Landwirten neue Sorgen

Corona : Nach der Trockenheit kommen andere Sorgen

Sprockhöveler Landwirte befürchten, dass ihnen im Sommer Erntehelfer fehlen.

War die lang anhaltende Trockenheit, einhergehend mit einer selten dagewesenen Hitzewelle, fatal für Mensch, Wald und Flur und vor allem für die Landwirtschaft, so haben die Regenfälle des letzten Quartals bei den Landwirten eine gewisse Entspannung ausgelöst.

„Geregnet hat es genug, aber vieles davon ist abgeflossen und nicht eingesickert“, sagt Dirk Gelbrich, der in Herzkamp Viehwirtschaft und Erdbeerfelder betreibt. Sein Kollege Stefan Jacobi aus Haßlinghausen stellt fest: „Es ist zwar im Moment sogar so nass, dass man kaum mit den landwirtschaftlichen Fahrzeugen heraus kann, doch es ist immer noch zu wenig beim Grundwasser angekommen.“

Trotzdem ist man, was das Milchvieh angeht, recht optimistisch. „Da wir kaum einen Winter hatten, ist die Vegetation auf den Weiden schon sehr weit“, so Dirk Gelbrich. Er hält aber wie auch Stefan Jacobi seine Kühe noch im Stall. „Da bleiben sie auch noch in den nächsten vier bis fünf Wochen. Denn wenn sie einmal draußen sind und sich wieder an das frische Gras gewöhnt haben, kann man sie nicht je nach Belieben wieder hereinholen und wieder das Winterfutter in die Raufen geben und dann wieder heraus lassen. Das hält keine Kuh aus.“

Mitte oder Ende April ist ohnehin schon erheblich früher als vor 30 oder 40 Jahren, wie sich Gelbrich an seine Ausbildungszeit erinnert. „Damals wurden die Kühe erst nach den Eisheiligen Mitte Mai auf die Weide gelassen.“ Auch die Erdbeerfelder scheinen sich bei Gelbrich gut zu entwickeln.

Auf den Golfplätzen in Sprockhövel sieht es inzwischen wieder gut aus, nachdem beispielsweise die als Wasserreserven und Naturhindernisse angelegten Teiche im Vorjahr weitgehend ausgetrocknet waren.

Golfplätze haben bislang
keine Betriebserlaubnis

„Die sind wieder bestens gefüllt“, berichtet Nebenerwerbs-Landwirt Gunnar Klewer, der bis zu seinem Rentenbeginn im Oktober 2019 der oberste Greenkeeper für die Anlagen des GC Gut Frielinghausen und des GC Felderbach war und jetzt seinen Ruhestand mit eigenem Golfspiel verschönt. Doch auch er muss, wie derzeit alle Golfsportler auch, sein Schlägerbesteck im Golfbag lassen: Wegen der Corona-Krise musste, wie auf allen anderen Sport- und Freizeitanlagen, auch auf den Golfplätzen der Spielbetrieb eingestellt werden. „Obwohl die Golfspieler bei dem Gang über die Anlage ausreichend Abstand voneinander halten und so eine Runde eher der Erholung in freier Natur dient, gibt es natürlich auch für Golfplätze keine Ausnahme“, meint Gunnar Klewer betrübt. fwb