MiS/Piraten fordert digitale Kommunikation

MiS/Piraten fordert digitale Kommunikation

Fraktion will Internetseite, auf der Bürger Vorschläge für Verbessrungen machen können.

Sprockhövel. Den Ideenreichtum der Bürger wahrnehmbar machen, das ist das Ziel einer Internetplattform, die in Spanien entwickelt wurde und in Madrid bereits im Einsatz ist. „Diese Plattform hat das Potential, die Kommunikation zwischen Bevölkerung und Stadt im positiven Sinn kontrolliert zu ermöglichen. Sie könnte ein Informationsaustausch-Tool sein, jedoch nicht auf dem Niveau der Social-Media-Programme wie Facebook und Twitter“, ist Martin Debold, Fraktionsvorsitzender der MiS/Piraten überzeugt. Um die Plattform vorzustellen, hatte er Michael von der Lohe, Geschäftsführer des Unternehmens „Omnibus für direkte Demokratie in Deutschland“, ins Foyer der Glückauf-Halle eingeladen. Vor überschaubarem Publikum - Debold zeigte sich enttäuscht, dass der eingeladene Stadtrat, die Vertreter der Stadt und die Mitarbeiter der IT-Abteilung fehlten - erklärte der Experte das System, das es bisher nur in spanischer und englischer Sprache gibt.

Die Bürger einer Stadt können sich für diese Seite registrieren lassen und sich anschließend auf der Plattform austauschen. Die Verwaltung müsste das unterstützen, damit Nicht-Sprockhövelern der Zugang zu diesem Portal unmöglich gemacht wird. „In Madrid hat ein Bürger beispielsweise die Umgestaltung eines Platzes vorgeschlagen, ein anderer wünschte sich, dass es nur noch ein Ticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel gibt“, erklärte von der Lohe. Wer einen Vorschlag unterstützen möchte, gibt ihm seine Stimme. Je mehr Stimmen ein Vorschlag bekommt, desto wahrscheinlicher wird seine Umsetzung.

„Wir würden hier nicht das gesamte Paket wie in Madrid brauchen“, ist Debold überzeugt. Er hat bereits den größten Teil des Textes übersetzt: „Wenn die Übersetzung ins Deutsche komplett ist, könnten alle Kommunen diese lizenzfreie Software ohne großen Aufwand einsetzen.“ Auf die Frage eines Zuhörers, wer die Seite pflegen soll, antwortete Debold, dass die Interaktion Verwaltung/Bürger zukünftig auf elektronischem Wege abgewickelt würde. „Da bedarf es einer Umstrukturierung, die ohnehin ein IT-Spezialist machen muss. Wir in Sprockhövel wären die Ersten, die diese Plattform in Deutschland hätten.“

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