Mehr als 20 300 Sprockhöveler stimmen ab

Europawahl : Mehr als 20 300 Bürger stimmen ab

Bei der Europawahl stehen 40 Parteien auf dem Stimmzettel. Erneut gibt es viele Anträge auf Briefwahl.

20 318 Bürgerinnen und Bürger dürfen am 26. Mai in Sprockhövel ihre Stimme für die Europawahl abgeben. Auf dem knapp einen Meter langen Wahlzettel können sie zwischen insgesamt 40 Parteien – soviel wie noch nie – entscheiden. Anders als bei einer Bundes- oder Landtagswahl gibt es keine Direktkandidaten, sondern nur Kandidaten, die per Listenwahl antreten. Die CDU tritt mit einer speziellen Liste für das Land NRW an, alle anderen Parteien haben eine gemeinsame Liste für alle Bundesländer. Die Bewerberinnen und Bewerber werden für fünf Jahre in das 9. Europäische Parlament gewählt.

In 20 Wahllokalen können die Wahlberechtigten in Sprockhövel abstimmen, wahlberechtigt sind alle volljährigen Deutschen. EU-Ausländer können auch abstimmen, müssen sich dafür allerdings einmalig in das Wählerverzeichnis eintragen lassen. In Sprockhövel seien bislang 35 EU-Ausländer für die Wahl gemeldet, sagt Barbara Scharloh vom städtischen Ressort für Öffentlichkeitsarbeit auf WZ-Anfrage

Wobei auch in diesem Jahr viele Bürger wieder den direkten Gang zur Wahlurne vermeiden wollen und lieber die Möglichkeit der Briefwahl nutzen. In Sprockhövel liegen bis jetzt rund 3200 Anträge auf Briefwahl vor. Bei der letzten Europawahl im Jahr 2014 hatte es 3233 Briefwähler gegeben. Diese Zahl dürfte in diesem Jahr übertroffen werden. Mit ihren ausgefüllten Briefwahlunterlagen können die Wahlberechtigten übrigens auch in die Bürgerbüros in Haßlinghausen und Niedersprockhövel gehen und sie dort einwerfen. Im Bürgerbüro Haßlinghausen endet die Frist für die Abgabe der Wahlscheine am 24. Mai um 18 Uhr, im Bürgerbüro in Niedersprockhövel am selben Tag um 12 Uhr.

Vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung in Sprockhövel übrigens bei 57,8 Prozent. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass parallel eine Kommunalwahl stattfand. Wäre es nur um die Wahl der EU-Vertreter gegangen, wäre die Wahlbeteiligung möglicherweise niedriger ausgefallen. So hatte sie 2009 in Sprockhövel bei 46,4 Prozent gelegen. Wie hoch die Wahlbeteiligung in diesem Jahr ausfällt, darüber kann nach Angaben von Scharloh nur spekuliert werden. „Da müsste ich in die Glaskugel schauen.“ Grundsätzlich sei die Beteiligung bei der Europawahl aber nun einmal niedriger als bei einer Bundes- oder Landtagswahl.

Ab 17.30 Uhr werden im Rathaus
die Ergebnisse übertragen

Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Das amtliche vorläufige Endergebnis könnte in Sprockhövel gegen 20.30 Uhr vorliegen - sofern es nicht zu Pannen oder Problemen beim Auszählen der Stimmen kommt. Bei der letzten Europawahl wurde in Sprockhövel die SPD mit 38,1 Prozent stärkste Partei, die CDU kam mit 30,6 Prozent auf Platz zwei. Die Grünen errangen 10,3 Prozent, die AfD 6 Prozent, die FDP 4,8 Prozent. Die Linkspartei landete bei 3,9 Prozent.

Im Sitzungssaal des Rathauses werden die Ergebnisse am Wahltag ab 17.30 Uhr per Beamer auf eine Leinwand übertragen. Im Kreishaus in Schwelm ist dagegen keine Wahlparty geplant, weil die Resonanz auf die Veranstaltung zu gering sei, sagt Kreissprecher Ingo Niemann. Auch Wahlfeiern der beteiligten Parteien sind für den 26. Mai offenbar kaum geplant – so findet sich bei einer spontanen Internetrecherche nur eine Wahlparty des FDP-Kreisverbandes in Ennepetal.

Im Ennepe-Ruhr-Kreis steht die Europawahl unter dem Motto „Ihre Stimme für Europa“. Kreisweit sind rund 252 000 Menschen zur Abstimmung aufgerufen. Landrat Olaf Schade appelliert an die Bürgerinnen und Bürger, zur Wahl zu gehen. „Niemand sollte vergessen: Was uns inzwischen selbstverständlich vorkommt, war und ist nur möglich, weil die europäischen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg trotz aller Unterschiede zusammengerückt und zur Union gewachsen sind.“ Die Wahl des Europäischen Parlaments stelle „wichtige Weichen, um diesen Weg weiter zu gehen“, betont der SPD-Politiker.

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