Mama-Taxis steigern die Unfallzahlen in Sprockhövel

Mama-Taxis steigern die Unfallzahlen in Sprockhövel

Die meisten Unfälle ereignen sich montags und freitags — vor allem mittags und am Nachmittag.

Sprockhövel/EN—Kreis. Auf den Straßen in Sprockhövel und im übrigen Gebiet des Ennepe-Ruhr-Kreises ist es zu bestimmten Zeiten besonders gefährlich. Das haben die Verkehrsexperten der Polizei bei der Auswertung der Unfallstatistik für das vergangene Jahr herausgefunden. Dabei gibt es sowohl hinsichtlich der Wochentage als auch zu unterschiedlichen Uhrzeiten Schwerpunkte.

So haben die Mitarbeiter der Verkehrsdirektion herausgefunden, dass montags und freitags mehr Unfälle passieren als an den anderen Wochentagen — also unmittelbar vor und nach dem Wochenende. Dafür sei vermutlich der zusätzliche Pendlerverkehr verantwortlich, sagte der Leiter der Polizeidirektion Verkehr, Dirk Happe, bei der Präsentation der Zahlen. Gemeint sind die Autofahrer, die während der gesamten Woche auswärts arbeiten und nur zum Wochenende nach Hause kommen.

Auch wenn man den Tagesverlauf betrachtet, fallen zeitliche Häufungen auf. Danach ereignen sich — unabhängig vom Wochentag — um 13.00 Uhr die meisten Unfälle. Der zweithöchste Wert liegt bei 17.00 Uhr. Jeweils nur etwas geringer, aber immer noch deutlich vor den übrigen Zahlen, liegen die Unfallzahlen um 12.00 Uhr und um 18.00 Uhr.

Auch hier haben die Verkehrsexperten denkbare Erklärungen gefunden. „Um 13 Uhr ist der zusätzliche Verkehr durch Schichtarbeiter und Mama-Taxis der Grund für die höheren Unfallzahlen“, erklärt Happe. Gerade die vielen Fahrten, mit denen Kinder aus Kindergärten und Schulen abgeholt werden, sorgen aus seiner Sicht für zusätzliche Unfälle.

Die zweite Häufung von Unfällen auf den Straßen am Nachmittag ist aus Sicht der Polizei auf den allgemeinen Feierabendverkehr zurückzuführen. „Auch die Führerschein-Neulinge, die am Nachmittag nach der Schule unterwegs sind, spielen dabei eine Rolle“, sagt Happe.

Dazu passt auch die Erkenntnis der Statistik, dass Verkehrsteilnehmer im Alter von 18 bis 24 Jahren, die mit motorisierten Fahrzeugen unterwegs sind, besonders häufig verunglücken. Ein Fünftel dieser Unfälle sei auf zu hohe Geschwindigkeit zurückzuführen, so die Polizei. „Da gibt es teilweise eine hohe Risikobereitschaft, und einige wollen sich auch ausprobieren“, sagt Happe.

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