TSG Sprockhövel liefert gegen Gütersloh ein verrücktes Spiel

Fußball : TSG Sprockhövel liefert gegen Gütersloh ein verrücktes Spiel

Team von Trainer Balaika führt mit zwei Toren und muss am Ende mit 5:5 zufrieden sein.

Dem 5:5-(2:2)-Unentschieden, mit dem Fußball-Oberligist TSG Sprockhövel die Heimreise vom Nachholspiel beim FC Gütersloh antrat, war sicherlich eines der kuriosesten Fußballspiele der Saison vorausgegangen. Die Partie war nichts für schwache Nerven – jeweils zwei Gegentore in der jeweiligen Verlängerung der beiden Spielabschnitte brachten die TSG um einen Sieg.

Die 96 Minuten andauernde Begegnung beim starken Tabellenletzten bot alles, was ein Fußballspiel an Dramaturgie bieten kann. Eine klare Führung aus der Hand gegeben, einen deutlichen Rückstand aufgeholt, das Spiel eine Minute vor der regulären Zeit gedreht und in der Nachspielzeit dann doch den Ausgleich kassiert: So genau wusste nach dem Spiel niemand, wie man sich nach dem Abpfiff verhalten sollte. „Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen habe, war das Unentschieden schon okay“, bilanzierte Balaika am Donnerstag. Immerhin als moralischen Sieger sehe er seine Mannschaft. Allerdings gesteht der 40-Jährige auch ein, dass die Hausherren den Tabellensiebten von Beginn an unter Druck gesetzt haben und die Sprockhöveler kaum zum Luft holen kamen. Lediglich zwei Mal schaffte es die TSG, den Ball auf das Gütersloher Tor zu bekommen. Das allerdings mit voller Effektivität. Dem 1:0 von Tim Oberdorf (11.) ließ Felix Casalino nur zehn Minuten später das 2:0 folgen.

Auch die 2:0-Führung
gibt der TSG keine Ruhe

Doch auch die Führung gab der TSG-Hintermannschaft keine Sicherheit. „Wir haben keine Ruhe reinbekommen. Vor allem, dass wir das erste Gegentor im direkten Gegenzug zu unserem Treffer kassiert haben, war ärgerlich“, sagte Balaika fast entnervt. In der Folge kam der FC Gütersloh noch vor dem Halbzeitpfiff zum Ausgleich. Nach der Pause wurde die Balaika-Elf dann völlig auf dem falschen Fuß erwischt, und lag nach zwei Treffern binnen zehn Minuten mit 2:4 hinten. „Wir haben uns in dieser Zeit völlig den Schneid abkaufen lassen“, ärgerte sich der TSG-Trainer. Er war froh, dass der FC Gütersloh so schnell nicht zu seinem fünften Treffer kam – immerhin rettete die Latte einmal für den geschlagenen Staudt.

Nachdem Casalino zum 3:4 verkürzt hatte, sorgte der für ihn eingewechselte Maximilian Claus mit seinem Doppelpack (83. und 89.) für die erneute (5:4)-Führung. Aber die kämpferischen Gütersloher gaben sich nicht auf, und erkämpften sich den Punkt mit dem Tor zum 5:5 in der 94. Minute.

Vielleicht sei es gut, sagte Balaika, dass sein Team bis Sonntag nicht viel Zeit hat. Bei der U23 des SC Paderborn werde die Aufgabe sicherlich nicht einfacher. Auch da müsse man erst einmal ein Remis schaffen. Ob es so ein verrücktes Spiel sein muss, wollte Balaika dann aber doch nicht sagen.

TSG: Staudt – Musa (55./ Karthaus), Budde, Oberdorf, Dytko, Casalino (68./Claus), Ülker, Krampe, Emre Karaca (78./Jessey), Femia, Bulut

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