Wettbewerb Künstlerin vom Mettberg steht beim Kunstpreis im Finale

Sprockhövel · Das Finale um den Kunstpreis des Ennepe-Ruhr-Kreises steht an. Daniela Cardinal überzeugt bei ihrer ersten Teilnahme mit ihren Werken zum Thema „Zwischen Nähe und Distanz“.

 Daniela Cardinals Bilder sind von Schwarztönen geprägt.

Daniela Cardinals Bilder sind von Schwarztönen geprägt.

Foto: Fischer, Andreas H503840

Künstlerin Daniela Cardinal, die auf dem Mettberg in Sprockhövel lebt und arbeitet, steht im Finale um den Kunstpreis des Ennepe-Ruhr-Kreises. 64 Künstler hatten sich um den Preis für das Jahr 2021 beworben. Sie reichten 129 Arbeiten ein, die sich mit dem vorgegebenen Thema „Zwischen Nähe und Distanz“ beschäftigten. Die Jury einigte sich auf 19 Kandidaten, die nun im Finale um den Kunstpreis stehen.

Daniela Cardinal nahm zum ersten Mal teil und reichte drei ihrer Arbeiten ein. Aus dem Bereich der Malerei waren es sechs Bilder in Hula-Hoop-Reifen, einem Sinnbild für Kinderspiel, Bewegung und Lebendigkeit. Nun zeigen die Bilder im kreisrunden Rahmen was die letzten zwei Jahre mit den Menschen gemacht haben. „Der Kreis hat etwas Positives, etwas Verbindendes“, sagt die Künstlerin, „in den letzten zwei Jahren ist er jedoch zu einem Symbol für das Abstandhalten geworden. Er trennt und vereinzelt die Menschen.“

Grundlage dieser Gemälde waren Fotografien, die ihre drei Töchter (8, 9, 10 Jahre alt) einzeln abbilden. Ihre „Trilogie von Mädchen“, die sie seit 2011 „kreativ managed“, wie sie sagt.

Die Malerei ist Daniela Cardinals Schwerpunkt. Ideen für ihre Bilder schöpft sie aus vielen Quellen. Sie verwahrt Fotos und Zeitungsausschnitte, sammelt Gedanken, Gesehenes, Erlebtes in Skizzenbüchern. „Nicht das reine Abbild, sondern der Prozess des Entstehens, des Sich-Entwickelns reizt mich“, sagt die 1975 geborene Künstlerin, die an der Gesamthochschule Paderborn und an der Universität der Künste Berlin studierte.

Cardinal arbeitet am liebsten mit Acrylfarben

Bevorzugt arbeitet sie mit Acrylfarben auf Leinwand, denn die trocknen schneller. Das kommt ihrer Malgeschwindigkeit entgegen und die Bilder leben von Schichtungen und Verdichtungen. Viele Bilder der letzten zwei Jahre sind von einer tiefen Dunkelheit geprägt. Daniela Cardinal benutzt mannigfaltige Schwarztöne, die sie aus vielen anderen Farben anmischt. Sie geben den Bildern eine starke Dynamik und dennoch eine große Leichtigkeit. „Wichtig ist, dass das Auge auf dem Bild spazieren gehen kann“, sagt die Künstlerin, die auch gern Zeichnungen entstehen lässt. Mal sind es Vorstudien, Skizzen oder Parallelstudien. Immer zeigen sie eine Zusammenfügung verschiedener Spuren und spannender Strukturen.

Für den Kunstpreis wählte die Jury allerdings keines der ausdrucksstarken Bilder, sondern ein Objekt. „Über den Tellerrand“ heißt Daniela Cardinals Installation im Raum, die in der Ausstellung der 19 Finalisten zu sehen sein wird. Ein kleiner Kindertisch, festlich gedeckt mit Teller, Glas und Besteck. Der Tisch, eigentlich ein Ort der Geselligkeit, der Kommunikation, ist hier ein „Katzentisch“. Der Blick wird irritiert und führt in den Teller. Dort befindet sich ein Spiegel und wirft die Betrachter zurück auf sich selbst. Das Werk wird vom 5. März bis zum 17. April im Stadtmuseum Hattingen zu sehen sein. Die Preisverleihung soll am 18. März erfolgen. Vorher wird die Jury entscheiden, welche drei Künstler einen der mit jeweils 1500 Euro dotierten Preise bekommen. Bisher war noch keine Preisträgerin aus Sprockhövel dabei. Vielleicht klappt es in diesem Jahr.