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Krippen aus aller Welt in Sprockhövel

Krippen aus aller Welt in Sprockhövel

Zwiebelturmkirche präsentiert rund 120 Exemplare.

Sprockhövel. Die Zwiebelturmkirche war am vergangenen Wochenende Zufluchtsort für viele Besucher des Nikolausmarktes. Und das lag nicht allein am verschneiten Winterwetter. „Die Krippenausstellung ist für viele Sprockhöveler eine liebgewonnene Tradition geworden“, sagt Peter Nieland, der sie seit vielen Jahren gemeinsam mit Holger Hiby organisiert. Angefangen hat alles im Jahr 1995 mit zwei Krippen. „Heute habe ich 121 gezählt“, berichtet der Sprockhöveler, der mit vielen Helfern rund fünf Stunden braucht, um die Pracht in der Zwiebelturmkirche aufzubauen.

Fast alle Ausstellungsstücke stammen aus Sprockhöveler Familien. Ob selbstgebaut oder in aller Herren Länder erworben — die Sprockhöveler stellen ihre Lieblingsstücke zwei Tage für die Ausstellung zur Verfügung. Auch Peter Nieland. „Ich bin mittlerweile selbst Sammler und habe rund 30 Krippen.“ Was ihn daran fasziniert? „Die Vielfalt. Sei es bei der Machart oder der Auswahl der Materialien.“

Genau das zieht auch die Besucher in den Bann. Klein, Groß, Jung und Alt lassen sich begeistern von kunstvoll gefertigten Figuren mit wallenden Gewändern, grob geschnitzten Holzarbeiten, Schattenspielen aus Papier, avantgardistischen Modellen aus Glas oder farbenfrohen Krippen aus Lateinamerika. Viele männliche Besucher bestaunen eine Krippe aus Schrauben oder eine nachgebaute Zechenlandschaft.

Die kleinste Krippe müssen die Besucher schon aufmerksam suchen. Ein fingerfertiger Künstler hat es geschafft, Maria, Josef und die Krippe in einer Walnussschale unterzubringen. Die größte Krippe stellt die Gemeinde selbst. „Sie stammt aus der alten Kirche in Obersprockhövel.“

Und weil Peter Nieland die Ausstellungsstücke mit Argusaugen bewacht, kann er vermelden: „Bis jetzt haben alle Stücke vollständig und unbeschadet wieder zu ihrem Besitzer zurückgefunden.“ Kein Engel, keine Figur ist abhanden gekommen. „Die Menschen haben Respekt vor den Arbeiten.“ Vielmehr nutzen sie den Rundgang „um mal runterzukommen und Ruhe einkehren zu lassen.“