Konjunkturpaket II: Protestanten wollen Geld für Sanierung ihrer Kindergärten

Konjunkturpaket II: Protestanten wollen Geld für Sanierung ihrer Kindergärten

Die Wünsche der freien Träger übersteigen das Geld-Kontingent, das die Politik gewährt.

Sprockhövel. 100 000 Euro aus den 1,1 Millionen, die Sprockhövel aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung zustehen, haben die Lokalpolitiker für Freie Träger von Bildungseinrichtungen reserviert.

Vier Anträge der evangelischen Gemeinden lagen bis Ende der Woche bei Kämmerer Karl-Heinz Tietje auf dem Tisch. Schon jetzt ist klar: Nicht alles wird realisiert werden können, denn die Gesamtsumme übersteigt die zur Verfügung stehenden 100 000 Euro deutlich.

In der Größenordnung von 73 000 Euro liegt allein ein Austausch der Fenster im Kindergarten am Perthes Ring, wie RalphHoltze, Chef der Zentralen gebäudebewirtschaftung berichtet. Er prüft die Anträge für die Stadt fachlich.

Manfred Hafer, Pfarrer der evangelischen Gemeinde Haßlinghausen/Herzkamp spricht gar von 200 000 Euro Bedarf, wenn man alle Wünsche in den Kindergärten Hiddinghausen, Haßlinghausen und Herzkamp berücksichtigen wollte.

Fenster für Hiddinghausen und Wärmedämmung in Haßlinghausen und Herzkamp hat er beantragt, ist sich aber im Klaren, dass nicht alles aus dem Konjunkturpaket machbar ist. "Wir haben schon gesagt, wir lassen Hiddinghausen außen vor, weil in Haßlinghausen und Herzkamp der Sanierungsdruck noch größer ist", sagt er.

Das Gebäude in Herzkamp stammt aus dem 18. Jahrhundert, der Bau in Haßlinghausen aus den 1960er Jahren. Hafer: "Wir haben berechnet, dass man durch Wärmesanierung ein Drittel Energiekosten sparen könnten."

In Herzkamp soll der Konfirmandenraum ohnehin für die U-3-Betreuung als Ruhe- und Bewegungsraum hergerichtet werden. Dafür sind bereits Gelder aus diesem Landes-Fördertopf beantragt. Eine energetische Sanierung im gleichen Zug würde Sinn machen. Möglichst noch in den Sommerferien möchte man loslegen, wenn die Kindergärten drei Wochen geschlossen sind.

ZGS-Chef Ralph Holtze ist allerdings skeptisch ob das zeitlich noch funktionieren kann. Für die eigenen Projekte - der ZGS stehen für energetische Sanierungen an Schulen und Kindergärten 514 000 Euro zur Verfügung, hat er das bereits abgeschrieben. Am 6. Juni entscheidet der Betriebsausschuss über die von ihm vorgeschlagene Liste auf der zunächst die Erneuerung von Beleuchtung in Schulen und Schulsporthallen ganz oben steht. "Mit Ausschreibung und Auftragsvergabe sind wir dann schon fast im August", rechnet Holtze vor.

Über die Anträge der freien Träger entscheidet der Haupt- und Finanzausschuss am 4. Juni. "Vorher müssen wir noch die fachliche Prüfung der Anträge abwarten und mit den Kirchen reden, wie die 100 000 Euro verteilt werden könnten", sagt der Kämmerer - und vielleicht trudelten ja doch noch Anträge anderer Träger ein.

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