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Klimaschutzkonzept auf der Zielgeraden

Klimaschutzkonzept auf der Zielgeraden

Die Förderphase ist bis Ende des Jahre verlängert worden. Heute gibt es einen Sachstandsbericht.

Sprockhövel. Die Planungen für ein integriertes Klimaschutzkonzept der Stadt Sprockhövel gehen auf die Zielgerade. Heute Abend soll bei der Sitzung des Umweltausschusses ein aktueller Sachstandsbericht zu dem Projekt gegeben werden, vermutlich in der Ausschusssitzung vom 27. November soll dann die mit der Erarbeitung des Konzeptes beauftragte Firma Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft aus Essen ihren Abschlussbericht vorlegen. Gefördert wird die Erstellung des Konzeptes durch Mittel des Bundesumweltministeriums.

Eigentlich hätte die Förderung Ende dieses Monats auslaufen sollen. Da jedoch erst im Dezember vergangenen Jahres mit den inhaltlichen Arbeiten zu dem Konzept begonnen werden konnte, beantragte die Stadt eine Verlängerung der Förderphase bis Ende 2017. „Mittlerweile haben wir auch die Bewilligung dafür vorliegen“, sagt die Leiterin des Sachgebietes „Planen und Umwelt“ bei der Stadtverwaltung, Susanne Görner. Im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes soll eine Bilanz erstellt werden, die aufführt, wie viel Kohlendioxid ein Haus, ein Unternehmen oder eine öffentliche Einrichtung verursachen. Diese Auflistung zur Entstehung des Treibhausgases soll dazu dienen, Klimaschutzaktivitäten zu konzipieren und umzusetzen. Sowohl Privathaushalte wie auch Unternehmen oder städtische Gebäude können sich dann auf Basis dieser Daten über mögliche Maßnahmen zur energetischen Modernisierung informieren.

Zur Vorbereitung und Umsetzung des Konzepts hat die Stadt unter anderem Workshops mit lokalen Partnern organisiert, um den Einsatz erneuerbarer Energien voranzutreiben oder die Energienutzung in Haushalten, Verwaltung und Firmen zu verbessern. Zwei Workshops fanden im Juni zum Thema „Mobilität“ und im August zum Thema „Erneuerbare Energien“ statt. Ein dritter und letzter Workshop ist für diesen Monat geplant. Die Veranstaltung richte sich allerdings nicht an die Öffentlichkeit, sondern an Multiplikatoren wie etwa Vertreter der Verkehrs- oder Energiebetriebe oder auch Mitglieder des Trassenvereins, erklärt Görner. Geplant ist auch, einen Katalog mit Maßnahmenvorschlägen zu erarbeiten, die als „Fahrplan“ für den Klimaschutz der kommenden Jahre dienen soll.

Zudem wurden am 3. und 10. Juli in Haßlinghausen beziehungsweise Niedersprockhövel zwei „Klimacafés“ durchgeführt, an denen neben Bürgern auch Politiker und Experten teilnahmen. Mit jeweils etwa 15 Besuchern pro Veranstaltung blieb die Resonanz allerdings wohl etwas hinter den Erwartungen zurück. Die „Klimacafés“ sollen die Erarbeitung des Konzeptes auf eine möglichst breite Basis stellen und von den Erfahrungen der Akteure vor Ort profitieren — denn nach Einschätzung der Stadt kann Klimaschutz nur dann gelingen, wenn möglichst viele Akteure in die entsprechenden Vorhaben eingebunden sind. Diskutiert wurden an den beiden Abenden Themen wie umweltfreundliche Mobilität, erneuerbare Energien und Maßnahmen zum Klimaschutz.

Die Stadt möchte mit dem Projekt ihre Klimaschutzbemühungen der vergangenen Jahre weiter vorantreiben. Bereits seit Ende der 1990er Jahre wurde das Thema nach Angaben der Stadtverwaltung in verschiedenen Projekten berücksichtigt, die vor allem von der Lokalen Agenda 21 angestoßen wurden. Am Rathaus und anderen städtischen Gebäuden wurden energetische Modernisierungen durchgeführt, um den Energiebedarf und den Ausstoß des Klimakillers Kohlendioxid zu senken. Auf mehreren Gebäuden der Stadt wurden Solaranlagen mit einer Leistung von über 240 000 Kilowattstunden pro Jahr installiert. Mit dem Klimaschutzkonzept soll nun ermittelt werden, ob diese Maßnahmen ausreichen.