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Kindergarten Gedulder Weg: Gelbsucht in der gelben Gruppe

Kindergarten Gedulder Weg: Gelbsucht in der gelben Gruppe

Gesundheitsamt ordnete Schutzimpfungen an. Betroffene Gruppe wird für zwei Wochen geschlossen.

Niedersprockhövel. Ein Fall von Hepatitis A hat im städtischen Kindergarten Gedulder Weg für Aufregung gesorgt. Das Kreisgesundheitsamt wurde eingeschaltet, nachdem am Freitag bei einer Fünfjährigen durch einen Test die Leberentzündung - im Volksmund als Gelbsucht bekannt - nachgewiesen worden war. Das Mädchen, das aus einem Dritte-Welt-Land stammt, war erst seit Anfang September im Kindergarten.

"Hepatitis A ist meldepflichtig. Nachdem uns der Fall ordnungsgemäß vom Kinderkrankenhaus in Herdecke gemeldet worden war, waren wir am Donnerstag sofort mit einem Team im Kindergarten. Wir haben dort versucht, die Gefährdungslage für die übrigen Kinder abzuschätzen und das Kindergartenpersonal und die Eltern informiert", sagte der Leiter des Kreisgesundheitsamts, Hans-Joachim Boschek, am Freitag der WZ.

Den Eltern der gelben Gruppe, die das Mädchen besuchte, wurde empfohlen, ihre Kinder beim Hausarzt impfen zu lassen, um ein weiteres Ansteckungsrisiko auszuschließen. Das gleiche gilt für die Erzieherinnen und das Reinigungspersonal.

Die gelbe Gruppe - eine von drei nach Farben benannten Kindergartengruppen - wurde vorsorglich für zwei Wochen geschlossen. Die Impfung schützt nämlich nicht vor der Erkrankung selbst. Bisher ist allerdings kein weiterer Fall bekannt geworden. Einrichtungsleiterin Sylvia vom Sondern hat zum Teil Tagesmütter vermittelt, um den in Betreuungsnot geratenen Eltern zu helfen.

"Für alle anderen Kinder in der Einrichtung sehen wir das Ansteckungspotential als so gering an, dass das eine Impfung nicht rechtfertigt. HepatitisA wird nur über den Stuhl übertragen und die Gruppen haben getrennte Toiletten", so Boschek.

In der Regel heile die Infektion außerdem in kurzer Zeit aus, ohne dass es Spätfolgen gebe. So gehe es auch der jungen Patientin inzwischen bereits wieder gut.

Eltern, die sich trotzdem Sorgen machen, verweist Boschek auf die Routine-Bereitschaft in der Kreisleitstelle unter Telefon 02336/44400. Symptome für eine Gelbsucht seien eine Gelbfärbung der Haut, ein heller Stuhl und Appetitlosigkeit. gh