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Im Einsatz für die Tiere

Im Einsatz für die Tiere

Der Verein „Tier und Wir EN“ besteht seit einem Jahr — und sucht weiter nach Unterstützung. Auch die Zusammenarbeit unter den Städten soll ausgebaut werden.

Haßlinghausen. Ihr Schlüsselerlebnis hatte Susanne Mayer bei einem Waldspaziergang. „Ich habe dabei einen ausgesetzten Stafford-Schäferhund-Mischling gefunden. Obwohl das Tier total zutraulich war, wollte kein Tierheim den Kampfhund aufnehmen“, erinnert sie sich.

„In dieser Situation habe ich mich sehr allein und hilflos gefühlt. Ich denke, dass das anderen auch oft passieren kann.“ Deshalb stand für Mayer damals fest: Ein Tierschutzverein in Sprockhövel muss her. Mit elf Gleichgesinnten gründete sie damals „Tier und Wir EN“. Jetzt, etwa ein Jahr später, hat der Verein rund 30 Mitglieder.

Tierschutz wird dringend gebraucht, betont die Vorsitzende. „Wir bekommen jede Woche mehrere Anrufe. Von Informationsarbeit bis zu Beratung und Vermittlung ist alles dabei.“ Die Aufgaben, die sich der Verein gesetzt hat, sind klar verteilt: An erster Stelle kommt das Tier. Ob Pflege, Vermittlung oder Informationsarbeit.

Daneben ist der Tierschutz auf Kreisebene ein großes Thema: „Wir möchten Netzwerke schaffen. Es ist wichtig, dass man mit anderen Tierschutzorganisationen zusammenarbeitet und kooperiert“, betont Susanne Mayer.

Bisher haben die Tierschützer auf die Unterstützung des Katzen Informations- und Schutzvereins Ruhr (kurz KIS Ruhr e.V.) sowie auf den Tierschutzverein Gevelsberg zählen können. Aber auch künftig soll die Zusammenarbeit auf die Vereine anderer Städte ausgeweitet werden.

Im vergangenen Jahr ist viel passiert. Allein 25 Kaninchen, zehn Meerschweinchen und Vögel konnten vermittelt werden. Die Gründe für eine Tiervermittlung sind unterschiedlich: „Manchmal spielt der Vermieter nicht mehr mit oder Familienmitglieder haben auf einmal eine Allergie, sodass das Tier weg muss“, sagt Mayer.

Nur wenn es um Katzen geht, wird es auch heute noch schwierig: „Wir haben kaum Pflegestellen für Katzen. Da besteht großer Bedarf“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Regina Killisch. „Aber wir brauchen Leute, auf die wir uns verlassen können. So eine Pflege kann manchmal mehrere Monaten dauern“, betont sie.

Für Vereinsmitglied Mara Hölscher (14) ist das kein Problem. Mindestens zwei Stunden täglich investiert sie in die Pflege ihrer Tiere. „Momentan habe ich nur zwei Pflegetiere. Aber ich hatte auch schon zehn“, sagt sie lachend. Auch Charlotte Middeldorf (12) weiß, warum sie Tierschutz betreibt: „Ich habe mit fünf Jahren eine Maus vor einer Schlange gerettet“, erinnert sie sich, „und das war ein gutes Gefühl.“