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Hilfe für den Urzeitstrand gesucht

Hilfe für den Urzeitstrand gesucht

Im Steinbruch Weuste steht eine seltene Sandsteinwand.

Haßlinghausen. Es sind Relikte einer längst vergangenen Zeit. Vor 300 Millionen Jahren gab es an der Stelle, wo sich heute der Steinbruch Weuste befindet, einen Meeresstrand. Die Rippelmarken genannten Versteinerungen zeugen davon. „Sie sind eine einzigartige Kostbarkeit“, sagt Erich Schultze-Gebhardt, der vor Jahrzehnten in der steil aufgerichteten Wand — der Strand war durch Erdbewegungen „gefaltet“ worden“ — das Geotop, ein erdgeschichtliches Denkmal, erkannte.

„Die Wand leidet allerdings unter Bewuchs“, weist Schultze-Gebhardt auf die Gefahren hin. Vor sieben, acht Jahren habe es die bislang letzte ausführliche Reinigung gegeben. „Die ist längst wieder fällig.“

Gemeinsam mit der Lokalen Agenda 21 trafen sich jetzt Experten und Vertreter der zuständigen Behörden zu einem Ortstermin im Steinbruch Weuste um zu beraten, welche Schutzmaßnahmen zum Erhalt der Wand notwendig sind und wie das weitere Vorgehen koordiniert wird. „Kurz gesagt: Wir brauchen Geld zum Erhalt“, betont Schultze-Gebhardt, der auch auf den Stadtmarketing-Verein Sprockhövel hofft. Dieser will sich angesichts der leeren öffentlichen Kassen um die finanziellen Mittel bemühen. „Ein Unternehmen müsste kommen, um den Bewuchs zu entfernen“, so Schultze-Gebhardt.

Die Wand aus Sandstein steht unter Naturschutz. Auf der freiliegenden Schichtfläche ist ein Wellenrippelmuster erkennbar, das sich in der Karbonzeit auf dem Grund eines flachen Gewässers gebildet hatte.

Zwei Mal im Jahr bietet Schultze-Gebhardt Führungen an. Die nächste findet am Samstag, 16. April, statt. Treffpunkt ist um 15 Uhr am Eingang des Steinbruchs in der Straße Landsberge in Haßlinghausen. Die Führung ist kostenlos, festes Schuhwerk ist unbedingt erforderlich.

Die Besucherzahlen seien immer gut, freut sich Schultze-Gebhardt. „Die Teilnehmer kommen aus dem gesamten Ruhrgebiet“, erzählt er stolz. Der Steinbruch Weuste, in dem auch das südlichste Kohlenflöz des Ruhrgebiets zutage tritt, ist auch eine Station der „GeoRoute Ruhr“, einem geotouristischen Wanderweg von Mülheim bis Schwerte, der im vergangenen Jahr fertiggestellt wurde.