Herzkamper nehmen die Sprockhöveler Stadtverwaltung in die Pflicht

Zukunft : Herzkamper nehmen die Stadtverwaltung in die Pflicht

Bei der Vorstellung der Ergebnisse der Zukunftsbefragung gab es viel Kritik, aber auch die passenden Lösungsvorschläge.

Wie unterschiedlich Sprockhövels Stadtteile sind, zeigte sich am Montagabend im Gemeindehaus an der Barmerstraße. Dort stellte die Zukunftskommission um ihren Vorsitzenden Bodo Middeldorf und die Zukunftsmanagerin Corinne Romahn die Ergebnisse der im August durchgeführten Bürgerbefragung vor.

„Das ist eine gute Grundlage, um mit den Bürgern der einzelnen Stadtteile ins Gespräch zu kommen. Zugleich aber auch ein Angebot, dass sie proaktiv ihre Vorstellungen über Sprockhövels Zukunft äußern und diese durch Mitarbeit in den einzelnen Arbeitsgruppen mitgestalten“, erläuterte Middeldorf seinen Wunsch, die Menschen zum Mitmachen zu ermutigen.

Dabei stellte Sprockhövels Vertreter im Landtag noch einmal klar, dass dieses Gremium mit der mehrheitlichen Zustimmung des Rates der Stadt gegründet wurde, und er es ausdrücklich befürworte, dass alle politischen Parteien daran mitwirken sollen. Damit ging Middeldorf auf den Hinweis ein, dass  keine Vertreter der Grünen und CDU in der Kommission vertreten seien. Diese waren nach Unstimmigkeiten aus der Kommission ausgestiegen.

Gerade vor Kurzem habe der FDP-Politiker die CDU gebeten, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken  und der Zukunftskommission wieder beizutreten.

Stadt soll sich um Fördermittel für die Stadtteile bemühen

Überhaupt zeigten sich die Herzkamper/Gennebrecker zum einen selbstkritisch, zum anderen in den Vorstellungen ihrer Zukunft wesentlich klarer, als die Bürger bei den vorherigen drei Veranstaltungen. „Geschäfte und Gaststätten machen  nicht zu, weil zu viele Menschen kommen, sondern zu wenige. Die Läute müssen das vorhandene Angebot auch nutzen“, sagte Klaus Prigge.

In Bezug auf die Frage nach einer öffentlichen Begegnungsstätte, merkten die Herzkamper Bürger an, dass sie der einzige Stattteil seien, der seit Jahren keine von der Stadt zur Verfügung gestellten Räume habe. „Das Geld, das die Stadt dadurch spart, könnte sie doch in die Schützen und deren Schützenhaus investieren, die so freundlich sind und uns ihre Räume zur Verfügung stellen“, regte Gerlinde Honke-Feuerstack an. Deutlich machte die engagierte Dorfbewohnerin mit ihren Bürgergemeinschaftsvertretern, dass sie sich von der Verwaltung nicht ernstgenommen sehen. Insbesondere Susanne Görner, die dem Lenkungskreis Stadtentwicklung vorsteht, kam nicht gut weg.

Holger Wanzke überreichte der Zukunftsmanagerin Romahn sogar eine Projektbeschreibung zu einer „Digitalen Dörfer-Plattform“, die ein Mitglied entdeckt hatte. Die Stadt könnte doch mitmachen und Fördergelder für die Stadtteile wie Gennebreck/Herzkamp beantragen.

„Bei den Fragen der Zukunft denke ich an das Jahr 2030. Eine Grundsatzforderung ist etwa, dass es Angebote geben muss, damit Menschen in Herzkamp älter werden können und nicht wegziehen müssen“, sagte Ortwin Pfläging.

Corinne Romahn lobte die gute Organisation und die Ideen der Bürger in Herzkamp/Gennebreck. Und Bodo Middeldorf merkte an, dass die Zukunftskommission viele Themen mit in die Arbeitsgruppen nehmen wolle. Denn auch wenn aus Herzkamp und Gennebreck insgesamt nur 20 Fragebögen an die Verwaltung zurückgegangen sind, gab es bei der Vorstellung doch einige Punkte, über die in Zukunft noch gesprochen werden dürfte.

Mehr von Westdeutsche Zeitung