Sprockhövel: Herzkamper feiern trotz Sturzregen

Sprockhövel : Herzkamper feiern trotz Sturzregen

Neuer Schützenkönig ist Christian Otto. Ein Höhepunkt war der festliche Umzug.

Grünweiße Wimpel über den Straßen und grünweiße Fähnchen an Häusern und Hecken zeigten es an: In Herzkamp war wieder Schützenfest – zum 62. Mal. Und wieder waren vor allem die Abendveranstaltungen und der festliche Umzug am Sonntag publikumswirksame Höhepunkte des dreitägigen Ereignisses.

Dass es am Samstagabend dann besonders eng wurde, lag nicht allein an der Coverband Nyne, die das Festzelt zum Beben brachten, sondern auch an dem mehrminütigen Starkregen, einhergehend mit einem kurzen aber heftigen Sturmtief, das auch den dörflichen Sprockhöveler Stadtteil heimsuchte.

„Unser Superzelt hat gehalten. Bei dem Sturzregen kamen natürlich alle von draußen rein, und es herrschte eine Stimmung, die selbst die letzten Jahre noch getoppt hat“, berichtete Vorstandsmitglied Rolf Kamp über den denkwürdigen Abend, der erst in den Morgenstunden des jungen Sonntags endete.

Am Freitagabend war es Joey Gabalögl, der als Double des „Volks-Rock’n’Rollers“ Andreas Gabalier Fans begeisterte. Und natürlich Schützenkönig Christian Otto, der seine Königswürde schon vor zwei Wochen zielgerecht sichergestellt hatte. 860 Schüsse von insgesamt 45 Schützen waren auf den von „Schuss“ Kurt Becker aufgerichteten Vogel abgegeben, ehe Christian Otto mit Nummer 861 der Königsschuss gelungen war.

„Ich muss nun den Verein ein Jahr bei offiziellen Anlässen und benachbarten Schützenfesten repräsentieren und auch bei uns im Schützenverein Herzkamp für gute Stimmung sorgen“, so der neue Würdenträger, der am Sonntag nach dem festlichen Umzug und der Abnahme der Parade im Festzelt feierlich zum neuen König gekrönt wurde.

Zuvor hatte Christian mit seiner Königin Carina im offenen Zweispänner, gezogen von zwei braunen Schweizer Friburgern, den Höhepunkt des Festzuges gebildet und dabei nicht mit prachtvollen Rosen für die zuschauenden Damen gegeizt.

Der Festzug war von SVH-Geschäftsführer und Zugleiter Matthias Feuerstack organisiert worden. 14 Gruppen hatten sich in langer Reihe oben auf dem Mettberg formiert, und dass es etwas verspätet auf den „Zug durch die Gemeinde“ ging, lag daran, dass man auf den Bus der WSW warten musste, ehe die Polizei die von einigen „Trinkraststätten“ gesäumte Strecke über die Barmer in die Elberfelder Straße bis zum Egen sperren konnte.

Am Anfang die beiden Cowgirls Linda auf „Chocolate“ und Janina auf dem diesmal etwas zickigen „Merlin“, der schließlich am Zügel geführt wurde. Dahinter unter anderem als roter Farbfleck die „Gennechicks“, die Mädchenfußballer des Vfl Gennebreck, die Bürgergemeinschaft Herzkamp und die Landjugend Bredenscheid-Stüter und natürlich eine große Abordnung des Schützenvereins Herzkamp in ihren mit Orden- und Abzeichen behängten grünen Röcken. Aber auch auswärtige Gäste wie der Spielmannszug des nördlichen Dortmunder Schützenbundes oder Freischütz Langenberg.

Viele von ihnen waren auch beim traditionellen Zeltgottesdienst, zelebriert von Pfarrer Ortwin Pfläging, dabei und stärkten sich anschließend bei Frühschoppen und Mittagessen für die kommenden Herausforderungen. Und auch die präsentierten wieder den ländlichen Charme des kleinen Ortsteils, der voller dörflichem Leben ist.

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