Haßlinghausen: Manege frei für kleine Artisten

Haßlinghausen: Manege frei für kleine Artisten

Eine Woche lang haben 85 Kinder Zirkusluft geschnuppert. Am Freitag Nachmittag gibt es eine große Galavorstellung.

Haßlinghausen. Hereinspaziert, sehr verehrte Damen und Herren - der Zirkus Casselly gibt sich die Ehre. Nach einer Woche fleißigen Übens präsentieren 85 Kinder am Freitag, was sie während des Ferienspaß’ im Projektzirkus gelernt haben.

"Und eins und zwei und drei und Knicks. Lächeln nicht vergessen." Alexandra Casselly hat sich mit vier Mädchen in die Sporthalle zurückgezogen. Eifrig trainieren Yolina (7 Jahre), Hanna (8), Antonia und Sophie (beide 7) mit ihren Hula-Hoop-Reifen.

"Ich konnte schon ein bisschen Hula-Hoop", erklärt Yolina. "Hier habe ich gelernt, eine Acht zu wirbeln und den Reifen um den Arm kreisen zu lassen." Hanna ist zum zweiten Mal dabei. "Im nächsten Jahr möchte ich wieder mitmachen", verrät die Achtjährige. Ein bisschen nervös wegen der großen Galavorstellung am Freitag seien sie schon, erklärt Antonia. 500 Zuschauer passen ins Zelt - und bisher war es immer ausverkauft. Sophie macht das nichts: "Ich bin gar nicht aufgeregt und freue mich."

Zum neunten Mal ist die Zirkusfamilie Casselly jetzt in Sprockhövel zu Gast. "Im Lauf der Jahre hat sich das Zirkusprojekt immer wieder verändert", erklärt der Stadtjugendpfleger Peter Schröter. "In den ersten beiden Jahren haben wir die Gruppen getrennt. Es gab eine Vor- und eine Nachmittagsgruppe." Das wurde geändert, sodass die Kinder jetzt seit sieben Jahren das volle Programm "Zirkus" erleben können.

"Das geht nur, weil ich viele ehrenamtliche Helfer an meiner Seite habe", sagt Schröter. Schließlich gilt es, die 85 Kinder auch in der Mittagszeit zu betreuen und vor allem: zu unterhalten. "Denn das Mittagessen dauert maximal eine halbe Stunde. Da ist noch genügend Zeit übrig." Mit zwei Helfer aus dem benachbarten Jugendzentrum kann ein Teil der Kinder dort mittags kickern oder Billard spielen. "Wer nach dem Zirkustraining richtig platt ist, für den gibt es im Jugendzentrum auch einen Ruheraum."

Zwischen sechs und 14 Jahren sind die Teilnehmer alt. "Das ist eine große Altersspanne, aber das Abenteuer Zirkus eint alle", weiß der Stadtjugendpfleger. "Wir haben einen 14-Jährigen, der ganz traurig ist, dass er im kommenden Jahr nicht mehr mitmachen darf." Es gibt Alternativen: Die Größeren können sich als Betreuer melden und für ein weiteres Jahr Zirkusluft schnuppern.

Mehr von Westdeutsche Zeitung