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Glücklich an schwierigem Standort

Glücklich an schwierigem Standort

Die Betreiber würden gerne mehr Ü 30-Publikum anlocken.

Sprockhövel. Aufgeben kommt nicht infrage. „So schlimm ist es ja nicht“, sagt Janusz Turon schmunzelnd. Als Domenico Incantalupo als Geschäftsführer und Turon als dessen Assistent im vergangenen Jahr die ehemalige Disco Kleinbeck übernahmen und dort das Physical eröffneten, wussten die beiden, dass es ein nicht ganz einfacher Wechsel sein würde. „Der Standort ist nicht einfach, keine Frage“, räumt Turon ein, der früher bereits als DJ in der Kleinbeck auflegte.

Der alte Ruf der Disco, der im vergangenen Jahr nach Alkoholeskapaden und einer Polizeirazzia arg gelitten hatte, spiele dabei sicher eine Rolle, sagt Turon. Dabei distanzieren sich die Betreiber ausdrücklich vom Vorgänger. Ein-Euro-Partys gibt es beispielsweise nicht mehr, auch älteres Publikum soll angesprochen werden. In der Disco sei man zudem auf das Zwei-Band-System umgestiegen, heißt, alle Jugendlichen sind an der Bar durch die Farbe ihres Armbandes zu erkennen — und bekommen nichts Hochprozentiges.

Zwar könne man nicht gänzlich ausschließen, dass ältere Besucher für Jüngere den „Stoff“ dann bestellen, aber man habe das Personal angewiesen, zumindest zu versuchen, darauf zu achten. „Bislang mussten wir noch kein Hausverbot aussprechen“, ist Turon stolz. Kontrollen durch das Ordnungsamt gab es bereits, aber keine Klagen. „Wir hatten noch keine Beschwerde“, bestätigt Amtsleiter Thomas Mai.

Und wie läuft es geschäftlich? Die Besucherzahlen am Samstag seien stabil, sagt Turon. Im Schnitt waren es 180, Tendenz steigend. „Am letzten Wochenende kamen 310 Leute.“ Die Resonanz an den Freitagen macht den Betreibern dagegen Sorgen. „Es ist schwierig“, wiederholt Turon, des Öfteren laufe es auf eine Rechnung „plus minus Null“ hinaus.

Der Versuch, eine Ü 30-Party an jedem dritten Freitag im Monat zu etablieren, brauche wohl noch Zeit. „Die Zahlen sind sehr schwankend. Vergangene Woche, bei der fünften Auflage, hatten wir 45 Besucher. Es waren auch schon mal 80.“ Die Kleinbeck hatte zuletzt nur noch samstags auf. „Wir bleiben aber auch beim Freitag“, betont Turon.

Derzeit wird einiges ausprobiert. Ab April ist zum Beispiel regelmäßig freitags eine Kinder-Disco, der Kids-Club für Jugendliche bis 14 Jahren geplant, die unter Aufsicht einer Sozialpädagogin feiern können. Zuviel Risiko wollen die Betreiber aber nicht eingehen. Die Idee an Rosenmontag zu öffnen, wurde fallengelassen. Das hätte sich kaum gerechnet, sagt Turon.