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Gevelsberger Straße: Mieter gründen Beirat

Gevelsberger Straße: Mieter gründen Beirat

Nach dem Verkauf der Häuser der Genossenschaft bleibt die Verunsicherung.

Haßlinghausen. Der Verkauf der 84 Genossenschaftswohnungen an der Gevelsberger Straße (die WZ berichtete) sorgt bei den Mietern weiterhin für Verunsicherung. Auf einer Versammlung am Dienstagabend, zu der der SPD-Ortsverband Haßlinghausen eingeladen hatte, machten sie ihrem Ärger Luft. Denn entgegen der Ankündigung der Schwelmer und Soziale Wohnungsgenossenschaft, dass sich nach dem Verkauf an die Dr. Lohbeck GmbH für die Mieter nichts ändern werde, sehen die bereits jetzt Nachteile. Zur Sprache kamen etwa Verschlechterungen im Servicebereich. Auf Reparaturen müsse lang gewartet werden. „Das war früher anders“, so der Tenor. „Es gibt Mieter, die laufen jetzt drei Wochen der Reparatur einer kaputten Gegensprechanlage hinterher. Das kann doch nicht sein“, kritisiert Bewohner Manuel Traber.

Die Mieter wollen jetzt einen Beirat gründen. Sieben Bewohner haben sich am Dienstag bereits spontan dazu bereiterklärt. Man wolle, so Traber, Forderungen aufstellen und an den neuen Besitzer herantreten.

Knut Unger vom Mieterverein Witten und Umgebung, der ebenfalls am Dienstagabend eingeladen war, sieht im Verkauf immer noch einen „Satzungsverstoß“ der Genossenschaft. Er habe einen Fragenkatalog an die Schwelmer und Soziale gerichtet, aber nur ausweichende Antworten erhalten, sagt Unger. „Damit können wir nicht zufrieden sein.“ Ein Hauptkritikpunkt: Die Mieter wurden erst nach dem Verkauf unterrichtet. Nur zwei, drei Mitglieder der Vertreterversammlung seien vorab über Verkaufsabsichten informiert wurden. Das sei aber unter dem Siegel der Verschwiegenheit erfolgt. „Und außerdem gab es da noch gar keinen Kaufinteressenten“, so Unger. Die 30 Anwesenden betonten am Dienstag immer wieder, dass der neue Eigentümer Pflichten übernommen habe und diese erfüllen müsse.

Stephan Lohbeck von der Dr. Lohbeck GmbH versucht im Gespräch mit der WZ zu beschwichtigen. Der Kauf von Genossenschaftswohnungen sei kein Neuland für die Firma. „Ähnliche Objekte haben wir zum Beispiel in Lüdenscheid und Ennepetal.“ Lohbeck verspricht, dass auf die Mieter keine großen Neuerungen zukommen werden. Die Häuser an der Gevelsberger Straße hätten gut in das Portfolio der Dr. Lohbeck GmbH gepasst. „Aus unserer Sicht sind die Häuser auch in gutem Zustand — sonst hätten wir sie nicht gekauft.“