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Gemeinschaftsschule ist vom Tisch — zu wenige Schüler

Gemeinschaftsschule ist vom Tisch — zu wenige Schüler

Nur 45 Kinder sind bis Mittwoch angemeldet worden. 69 hätten es mindestens sein müssen, damit der Modellversuch startet.

Sprockhövel. Das Thema Gemeinschaftsschule in Sprockhövel ist erst einmal vom Tisch. Bis zum Fristende gestern, 15 Uhr, meldeten sich nur 45 Schüler an — deutlich weniger als die vom Land geforderten 69.

Bereits am Mittwochvormittag begrub Bürgermeister Klaus Walterscheid alle Hoffnungen. „Die Lücke ist schon zu groß. Es ist jetzt, wie es ist.“ Will heißen: Es bleibt bei einer Gemeinschaftshauptschule an der Dresdener Straße.

Für die Verantwortlichen, die optimistisch in die dreitägige Anmeldephase gegangen waren, ist das eine große Enttäuschung. 69 Anmeldungen schienen nach den guten Besucherzahlen beim Tag der offenen Tür und beim Infoabend mehr als machbar. „Außerdem hatten wir bei einer Elternbefragung im Herbst über 70 Eltern, die gesagt haben, sie würden ihr Kind hier anmelden oder könnten es sich zumindest sehr gut vorstellen. Das hätte ja gereicht“, erinnert Walterscheid.

Doch ein Teil von ihnen entschied sich offenbar anders. „Eigentlich hätten bereits am Montag mehr als die Hälfte der Anmeldungen da sein müssen.“ Als die Zahl am Dienstag kaum noch stieg, blickte auch eine enttäuschte Schulleiterin Christiane Albrecht eher bedrückt in die Zukunft.

Am Mittwoch wurde es dann Gewissheit, und der Schulleiterin blieb nichts anderes übrig, als die Eltern telefonisch über das Ergebnis zu informieren. „Damit haben wir natürlich nicht gerechnet, aber wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken“, kündigt sie an.

Wie geht es jetzt weiter? „Für die Gemeinschaftsschule ist der Zug abgefahren“, sagt der Bürgermeister. Ein neuer Versuch werde erst einmal nicht gestartet. „Wir werden aber die Schullandschaft weiter beobachten. Ich rechne mittelfristig damit, dass sich einiges ändern wird.“ Wenn sich Chancen für die Stadt ergäben, werde man Gespräche mit dem Land führen.

Die Hauptschule, so Walterscheid, stünde allerdings derzeit auf sehr festen Beinen. „Sie hat einen guten Ruf, was sich daran zeigt, dass gut die Hälfte der Schüler nicht aus Sprockhövel kommt.“ Laut Albrecht hätten bereits viele Eltern, die ihren Nachwuchs eigentlich für die Gemeinschaftsschule angemeldet hatten, auch die Zusage für die Hauptschule gegeben. Zwei fünfte Klassen soll es nach den Sommerferien geben. Noch bis 3. März läuft jetzt die Anmeldung.

„Mir tut es leid, für die Eltern und Kinder, die sich schon auf die Gemeinschaftsschule gefreut haben“, sagt Walterscheid. Das Modellprojekt wäre eine gute Chance gewesen. „Man hätte die positiven Dinge aus der Hauptschule fortführen können.“ Nur die Eltern haben dabei offenbar nicht mitgespielt.