Fußballfest mit lauter Siegern

Fußballfest mit lauter Siegern

Zum 25. Mal lud der TVH zum Fußballturnier für Menschen mit geistiger Behinderung.

Haßlinghausen. Der Pass kommt schnell in den Rücken der Abwehr, genau in den Lauf des Spielers von Kamen I. Das Publikum schreit auf — Schuss und Tor. Keine Chance für Ingo Schmitt, Schlussmann von TV Hasslinghausen I. 0:2 verlieren die Gastgeber ihr Auftaktspiel.

Aber das Turnier ist ja noch jung. Und Spaß hat es trotzdem gemacht, wie Schmitt danach sagt. „In der ersten Hälfte waren wir gut, aber dann haben wir in der zweiten irgendwie die Tore kassiert. Tja, so ist das im Fußball.“

Seit 25 Jahren richten Erika und Harald Rohleder das Fußballturnier für Menschen mit geistiger Behinderung aus. „Vor 26 Jahren, als wir die Abteilung gegründet haben, da hatte sie acht Mitglieder. Jetzt sind es 100“, sagt Erika Rohleder. Natürlich habe sich auch die Spielweise verbessert und man sei als Mannschaft sichtlich stärker geworden.

Rund 200 Menschen sind in die Haßlinghauser Sporthalle gekommen. Elf Mannschaften bewerben sich in drei Gruppen, je nach Spielstärke, um drei Wanderpokale. Zweimal fünf Minuten dauert eine Partie. Spieler, Trainer und Begleiter sitzen in Blocks auf der Tribüne beisammen. Die Stimmung ist prima, ein richtiges Fußballfest.

Gelungene Spielzüge werden bejubelt, ein Aufstöhnen erklingt, wenn der Abschluss neben das Tor geht. Der TVH II hat noch etwas Zeit, „eine gute Weile“, sagt Markus Niedke, ihr Ersatztorwart. Ob er aufgeregt ist? „Ja, ein bisschen schon“, gibt er zu. Aber Spaß mache so ein Turnier. Markus Niedke nickt: „Auf jeden Fall.“ Er sitzt im Rollstuhl. Wenn er zum Einsatz kommt, wird das Tor kurzerhand in der Höhe verkleinert.

Immer wieder laufen die Fußballer zwischen den Spielen zu den Ergebnissen, die an der Wand ausgehängt werden. Vor so vielen Zuschauern zu spielen ist noch einmal etwas anderes. Erika Rohleder: „Die Motivation ist sehr hoch.“

Inzwischen hat auch TVH II sein erstes Spiel absolviert. Trotz guter Chancen auf beiden Seiten bleibt es bei einem 0:0. Die Schlusssirene tönt, aus den Lautsprecherboxen kommt Pausenmusik. Die nächsten laufen auf, das Turnier nimmt Fahrt auf. Anpfiff, und sofort ist die Tribüne wieder dabei.

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