Sprockhövel: Fitness-Parcours auch für Ältere

Sprockhövel : Fitness-Parcours auch für Ältere

Spielplatz der Generationen an der Glückauf-Trasse geht in Betrieb. Auch drei Boule-Bahnen sind entstanden.

. Als ehemalige Gymnastiklehrerin weiß Beate Pohle, wie wichtig Bewegung gerade im Alter ist. Deshalb – und auch weil sie gleich in der Nähe wohnt – ist sie am Montagmittag zur Einweihung des Bewegungsparcours auf dem Mehrgenerationenspielplatz an der Glückauf-Trasse in Höhe Hauptstraße gekommen. Auf Anfrage des Pressefotografen versucht die Rentnerin, der man ihre 80 Jahre wahrlich nicht ansieht, einen Liegestütz an einem der insgesamt acht Geräte, die auf dem Spielplatz errichtet wurden. Anschießend erprobt sie mit ihrem Ehemann Heinz ein Oberkörper-Ergometer – ein Gerät, an dem mit den Armen zwei Kurbeln gedreht werden müssen.

Beate Pohle freut sich über das neue Bewegungsangebot in der Nachbarschaft. „Ich komme hier auf meinem täglichen Einkaufsweg immer vorbei“, sagt sie. Gleichwohl hat sie Verbesserungsbedarf ausgemacht. Für die Herrichtung des Geländes, das zwischen der Glückauf-Trasse und dem Parkplatz eines Lebensmitteldiscounters liegt, musste eine verwilderte Fläche beseitigt werden. Für die dabei entfernten Bäume habe es aber bislang keine Ersatzpflanzungen gegeben, bedauert Pohle.

Bei der Eröffnung des Mehrgenerationenspielplatzes hält sich der Run auf die Fitnessgeräte derweil noch in Grenzen, stärker frequentiert werden dagegen die gleich danebenliegenden drei Boule-Bahnen. Eine der wenigen, die die Fitnessgeräte erprobt, ist an diesem Tag Ilona Kellner, die mit ihrem Enkel Jeremy unterwegs ist. Sie hat mit ihm an einem Gerät den Gleichgewichtssinn erprobt, nun schult sie an dem Geschicklichkeitsspiel „Heißer Draht“ ihre Koordination. „Ich finde die Geräte gut“, sagt sie, bedauert allerdings, dass unter dem Aspekt des Mehrgenerationenspielplatzes zu wenig Angebot für Kinder und Jugendliche vorhanden sei.

Im Mai 2016 war mit den Planungen für den Mehrgenerationenspielplatz begonnen worden, initiiert vom Seniorenbeirat der Stadt. Rund 50 000 Euro hat die Urbarmachung des Geländes gekostet, hinzu kamen weitere 38 000 Euro für die Geräte. Bürgermeister Ulli Winkelmann bedankt sich bei den Sponsoren, die das Vorhaben unterstützt haben. Und für alle jene Nutzer der Glückauf-Trasse, die beim Anblick der Geräte vielleicht auf dumme Gedanken kommen, hat er einen besonderen Wunsch parat. „Diejenigen, die das verwüsten wollen, denen soll die Hand abfallen – allein bei dem Gedanken“, sagt er.

Von solchen Befürchtungen ist bei der Eröffnung des Mehrgenerationenspielplatzes allerdings wenig zu spüren, es überwiegt eher die Freude. „Ich freue mich wie Bolle“, erklärt etwa der Vorsitzende des Seniorenbeirates, Peter Rust. „Was Besseres als die Geräte auf dem Platz können wir uns nicht wünschen.“ Für die Ausstattung des Platzes hatten sich der Beirat und die Stadt vom Nordpark in Wuppertal inspirieren lassen, wo es einen ähnlichen Mehrgenerationenspielplatz gibt.

Für jedes Gerät gibt es eine Hinweistafel, die den jeweiligen Gebrauch und die Belastungsintensität erklärt. Zudem will die TSG Sprockhövel auch Einweisungen an den Geräten anbieten. Die sollen parallel zu den Boule-Zeiten stattfinden, wie der Ansprechpartner für das Thema „Boule“ bei der TSG, Dirk Engelhard, erklärt.

Um die Nutzer der Glückauf-Trasse zum Verweilen zu ermuntern, soll gegenüber dem Areal auch noch eine „Pausenstation“ für Radfahrer entstehen. Wer möchte, kann beim Besuch des Bewegungsparcours all jene Muskeln stärken oder Fähigkeiten trainieren, die beim Radeln zu kurz kommen.

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