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Es bleibt dabei: Stadt zahlt kein Geld für die Zahnputz-Station

Es bleibt dabei: Stadt zahlt kein Geld für die Zahnputz-Station

Absage: Die Grundschule Bögersbruch muss weiter selbst sammeln.

Sprockhövel. Zahnputzraum ja - aber bitte aus Eigenmitteln. Mit dieser Entscheidung reagierte die Politik jetzt erneut auf den Wunsch der Grundschule Börgersbruch, 10000Euro für die Ausstattung eines mit Anschlüssen vorbereiteten Raums zur Zahnputz-Station bereitzustellen.

Schon vor eineinhalb Jahren, nach Fertigstellung des neuen Anbaus für den offenen Ganztagsbetrieb, hatte die Schule die Mittel beantragt - und im Kreisgesundheitsamt und mit der Zahnärztekammer auch prominente Fürsprecher. "Eine tolle Sache", findet auch die Politik, aber eben auch eine freiwillige Leistung, die man sich in der derzeitigen finanziellen Situation nicht leisten könne, zumal auch an anderen Schulen Begehrlichkeiten geweckt werden könnten.

Nachdem die Schule kürzlich bei einem Sponsorenlauf 7000 Euro für Spielgeräte und 3000Euro für den Zahnputzraum erwirtschaftet hatte, kam der Wunsch erneut auf die Tagesordnung der Politik. Den städtischen Zuschussbedarf, einst mit 12000Euro angegeben, bezifferte die städtische Gebäudebewirtschaftung (ZGS) nun "nur" noch mit maximal 10000 Euro.

Im Schulausschuss war von den Parteien, wie schon vor eineinhalb Jahren, nur die SPD dafür. Durch die Stimmen freier Träger gab es noch ein Stimmen-Unentschieden, der Antrag wurde trotzdem abgelehnt. Im Betriebsausschuss schwenkte aber dann auch die SPD ein.

Zunächst soll die ZGS prüfen, wie weit man mit den bisher erwirtschafteten 3000 Euro kommt. In dem ursprünglich als Putzmittelraum vorgesehenen Raum fehlen noch Waschbecken und Fliesen. Vielleicht reiche auch ein wasserfester Anstrich. Der Schule wurde nahegelegt, durch weitere Spendenaktionen an das noch notwendige Geld zu gelangen. "Ich bin sehr enttäuscht", sagt Schulleiterin Christa Heinbruch. "Aber ich werde nicht aufgeben." Und wie sieht es an anderen Sprockhöveler Schulen aus? "Da gibt es jeweils einen Raum mit Handwaschbecken, der zum Zähneputzen genutzt werden kann", hieß es seitens der ZGS. Vorgabe aus hygienischen Gründen sei, dass es keine Verbindung zu einer Toilette geben dürfe. Das sei dort erfüllt.