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Erste Ratssitzung strapaziert die Geduld der Sprockhöveler Gäste

Stadtpolitik : Erste Ratssitzung strapaziert die Geduld

Personelle Entscheidung um die Posten der Stellvertreter von Bürgermeisterin Sabine Noll nehmen viel Zeit in Anspruch.

Mit seiner konstituierenden Sitzung hat der neue Sprockhöveler Rat am Donnerstag seine Arbeit offiziell aufgenommen. Bereits im Vorfeld hatte Bürgermeisterin Sabine Noll mit den Fraktionen abgesprochen, dass die erste Sitzung in der Glückaufhalle nicht länger als 90 Minuten dauern solle, ganz gleich, an welchem Tagesordnungspunkt man sich gerade befinde. „Coronabedingt“, begründete Noll, „ist das so nötig. Sonst müssten wir alle in Quarantäne, sobald einer aus der Runde Symptome zeigt.“ So seien die Vorgaben des Gesundheitsamtes. Aus diesem Grund hielt sie ihre Rede nach der offiziellen Vereidigung durch Klaus Machholz (WfS) auch entsprechend kurz.

Die 52-Jährige verwies darauf, dass sie an ihrem Wahlversprechen festhalte und lud die Besucher dazu ein, sie selbst, aber auch alle Kollegen anzusprechen, wenn es Themen gibt, die besprochen werden müssen. „Das Rathaus ist keine Festung. Es darf gerne besucht werden“, sagte Noll mit Blick auf die Besuchertribüne. Die Ratsvertreter dagegen lud sie zur offenen Zusammenarbeit ein. „Wir dürfen nie aus den Augen verlieren, dass wir alle da sind, um ausschließlich zum Wohle Sprockhövels zu arbeiten“, sagte Noll und erntete dafür von allen Seiten zustimmenden Applaus. Die folgenden 70 Minuten zeigten dann allerdings, dass diese Zusammenarbeit erst noch mit Leben gefüllt werden muss. Denn mehr als die Beantwortung der Frage, wie viele Stellvertreter die Bürgermeisterin braucht und wer das sein soll, schaffte die Versammlung nicht abzuarbeiten. Gleich drei langwierige Wahlgänge waren nötig, um die Stellvertreter zu bestimmen.

Langwierige Wahl sorgt am Ende für Unmut bei den Ratsleuten

Dabei war die Diskussion darüber, ob es zwei oder drei stellvertretende Bürgermeister geben soll, recht schnell abgehakt. FDP und WfS sowie SPD sprachen sich aus Kostengründen gegen den Vorschlag der Grünen aus. Diese hatten argumentiert, dass die von der Bürgermeisterin vorgegebene Nähe zu den Bürgern nur durch drei Stellvertreter erreicht werden könne. In der Folge setzten sich die Grünen mit der CDU durch, machten sich dabei die neuen Mehrheitsverhältnisse im Rat zu Nutze.

Bei der Bestimmung des Personals für die Stellvertreterposten war es dann wohl eine Person, die mit Nein stimmte, die für eine Listenwahl und eine daraus folgende Stichwahl sorgte. Als „völlig unnötig“ beurteilten die meisten Vertreter der Parteien den Ablauf. „Wir hatten uns im Vorfeld alle geeinigt. Dass dieser Punkt so lange hinausgezögert wurde, war auch im Sinne der Zuschauer unnötig“, sagte Wolfram Junge (SPD) und erhielt von allen Seiten Zustimmung.