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Ennepe-Ruhr-Kreis richtet Corona-Impfzentrum im ehemaligen Aldi-Markt ein

Standort-Frage ist geklärt : Kreis richtet Corona-Impfzentrum im Aldi-Markt ein

Bis Mitte Dezember werden Handwerker und Techniker die Räume an der Kölner Straße in Ennepetal umbauen. Bund und Land stellen finanzielle Mittel bereit.

Der Standort für das Corona-Impfzentrum im Ennepe-Ruhr-Kreis steht fest. Wie die Verwaltung am Mittwoch mitteilte, hat der Kreis einen Mietvertrag für Gebäude und Außenflächen eines ehemaligen Aldi-Markts an der Kölner Straße in Ennepetal unterzeichnet. Michael Schäfer, Leiter des Krisenstabs, zählt die wichtigsten Merkmale des Standorts auf. So gebe es mit den 1135 Quadratmetern genügend Fläche, die obendrein komplett barrierefrei und vor allem sofort verfügbar sei. Positiv zu bewerten sei darüber hinaus auch die Nähe zum Kreishaus und damit zu den Mitarbeitern der Kreisverwaltung, die das Impfzentrum mitbetreuen werden, sowie zum Schwelmer Helios Klinikum und zur Polizeiwache in Ennepetal-Büttenberg.

„Auch Hattinger und Wittener, Herdecker und Wetteraner sind mit dem Pkw in gut 30 Minuten auf dem Parkplatz, der mit 70 Stellplätzen zudem ausreichend groß ist. Auch die Anbindung mit Bus und Bahn ist gut“, verweist Schäfer zudem auf die Erreichbarkeit. Die Fahrzeit zum Impfzentrum sei damit nahezu identisch mit der zur stationären Abstrichstelle, die zentral für alle Bürger des Kreises in Schwelm eingerichtet worden war. „Sie wurde von den Bürgern akzeptiert, jetzt gehen wir von einer vergleichbaren Reaktion aus“, sagt Schäfer. Den Standort an der L706 zwischen Schwelm und Ennepetal haben die Verantwortlichen im Schwelmer Kreishaus bereits im Auge, seit erkennbar war, dass das Einrichten eines Impfzentrums als Aufgabe auf die Kreisverwaltung zukommt.

„Wir sind sehr froh, in der Kürze der Zeit ein passendes Objekt gefunden zu haben. Die Zusammenarbeit mit Aldi war sehr gut, unsere Fachleute konnten bei den Vor-Ort-Terminen die Erkenntnisse sammeln, die nötig sind, um aus einem Ladenlokal ein Impfzentrum werden zu lassen“, erklärt Schäfer. Der Mietvertrag ist zunächst auf sechs Monate befristet, Verlängerungsoption inklusive. Zu den Mietkosten konnte der EN-Kreis am Mittwoch keine Angaben machen. Unterstützt wird er bei der Finanzierung jedoch von Bund und Land, die zusammen je Impfzentrum 400 000 Euro pro Monat zugesagt haben.

In den nächsten gut zwei Wochen werden sich nun Handwerker und Einrichter die Klinke in die Hand geben müssen. Ein Messebauer sorgt für „Räume“ und Impfkabinen in der aktuell leerstehenden Halle, notwendige Technik wird Einzug halten und auch Büromöbel sowie die medizinische Einrichtung werden ihre Plätze finden.

Zunächst werden mobile Teams
in den Heimen unterwegs sein

„Die Zeit drängt zwar, aber wir sind optimistisch, Mitte Dezember betriebsbereit zu sein. Ob wir dann schon starten können, hängt natürlich davon ab, ob dann schon ein Impfstoff verfügbar ist“, sagt Schäfer. Unabhängig davon arbeitet die Kreisverwaltung bereits seit Tagen eng mit Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe zusammen. Hintergrund: Während die Kreisverwaltung für das Organisatorische rund um den Betrieb des Zentrums verantwortlich ist, liegt medizinisch alles in den Händen der Kassenärztlichen Vereinigung.

Mit Dr. Eckhard Kampe hat der für den Kreis zuständige Vertreter dem Krisenstab bereits in der letzten Woche erläutert, mit welchen Eckdaten die Vereinigung plant. „Wenn Impfstoff verfügbar ist, soll die ganze Woche durchgehend von 8 bis 20 Uhr gearbeitet werden. Wir planen mit fünf Impfstraßen. Diese machen in Ennepetal voraussichtlich insgesamt 1000 Impfungen am Tag möglich.“

Diese Zahl werde allerdings nicht vom Start weg zu erreichen sein. Wann dies der Fall sein wird, vermag derzeit niemand genau vorauszusagen. Grund: Zu Beginn der Aktion wird der Großteil des Impfstoffs in Pflegeheimen zum Einsatz kommen. Hierfür planen die Verantwortlichen mit mobilen Teams. Ihnen dient der Standort in Ennepetal als Logistikzentrum. Bei der Kassenärztlichen Vereinigung haben sich Angestellte aus Arztpraxen, Sanitäter und Krankenschwestern sowie medizinisch ausgebildete Rentner gemeldet, die sich vorstellen können, sie bei ihrer Aufgabe zu unterstützen. „Das ist erfreulich, denn ohne diese Freiwilligen, deren Einsatz bezahlt wird, geht es nicht“, unterstreicht Dr. Kampe. Für Ennepetal sieht er mit Blick auf den medizinischen Ablauf einen Bedarf von 50 bis 80 Ärzten sowie rund 150 medizinisch Ausgebildeten. Red