Ein Buch über Sprockhövels Straßen: Schlotte, Zippe & Co.

Ein Buch über Sprockhövels Straßen: Schlotte, Zippe & Co.

Wolfgang Stock hat den Ursprung aller Straßen ermittelt und die Ergebnisse als Buch veröffentlicht.

Sprockhövel. Im Grunde genommen war es längst überfällig. Eine Stadt mit Straßennamen wie Schlotte, Mettberg, Zippe oder Am Susewind braucht einfach ein Buch, das die Herkunft dieser Namen erklärt. Wolfgang Stock hat sich der Aufgabe angenommen und mehrere Jahre Arbeit hineingesteckt. 280 Straßen gibt es in Sprockhövel, manche erst wenige Jahre alt, andere hingegen mit jahrhunderte alter Vergangenheit.

„Ohne die Unterstützung durch das Stadtarchiv und den Heimat- und Geschichtsverein wäre das nicht machbar gewesen“, sagt Stock, der selbst kein ausgebildeter Historiker ist, sondern sich seine Kenntnisse im Laufe der Jahre erarbeitet hat. Als gebürtiger Wuppertaler hat er schon vor Jahren ein Buch zur Geschichte der Wuppertaler Straßennamen herausgegeben. Da er seit 40 Jahren in Haßlinghausen lebt, gibt es nun ein vergleichbares Werk für Sprockhövel.

„Straßennamen erzählen eine Geschichte, sie verbinden Menschen und Orte und sie vermitteln Erkenntnisse“, sagt Stock. Nicht immer sei die Arbeit einfach gewesen, mancher Straßenname erwies sich als knifflig. „Die Straße Im Freisewinkel war zum Beispiel schwierig. Da gab es erst die Vermutung, das mal ein Friese dort gelebt haben könnte. Wahrscheinlicher erscheint aber, dass das Wort „freise“ mit dem Verb „vriesen“, „vresen“ im Sinne von frieren verwandt ist. Damit wäre der Freisewinkel ein kalter Winkel, eine kalte Siedlung“, nennt Stock ein Beispiel seiner Recherche. Und er fügt hinzu: „Manchmal muss man auch Grenzen setzen und Dinge auf sich beruhen lassen.“

Was seine Arbeit zusätzlich erschwerte: Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurden einige Straßen umbenannt. „Zwei Mittelstraßen gehen halt nicht“, sagt Stadtarchivarin Karin Hockamp. Sie weist auch darauf hin, dass gerade in Haßlinghausen lange Zeit nur Hausnummern existierten, teilweise auch nur Bezeichnungen statt Straßennamen. Diese Bezeichnungen bezogen sich oft auf die unmittelbare Umgebung und so verwundert es kaum, dass ein großer Teil der Straßennamen an die Bergbautradition Sprockhövels erinnert. Bei der Zechenstraße oder der Straße Am Sackschacht ist dies noch offensichtlich, beim Gedulder Weg oder der Straße Mausegatt weniger.

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