Schulen: Digitalpakt steht noch am Anfang

Schulen : Digitalpakt steht noch am Anfang

Bis zu 280 000 Euro gibt es für die Digitalisierung der Sprockhöveler Schulen. Konzepte dafür sollen bald vorliegen.

Insgesamt fünf Milliarden Euro fließen aus dem Digitalpakt Schule an die Schulen in ganz Deutschland für deren Digitalisierung. Die Stadt Sprockhövel darf dabei mit rund 280 000 Euro rechnen, die je nach Konzept und Bedarf an die einzelnen Schulen verteilt werden. Dieser Bedarf an digitalen Mitteln wird von Schule und Schulträger gemeinsam ermittelt und im Anschluss bei der Bezirksregierung beantragt. Laut Evelyn Müller, Geschäftsbereichsleiterin Jugend/Familie/Schule der Stadt, soll dieser Antrag so schnell wie möglich auf den Weg gebracht werden, „am besten noch vor der Sommerpause“.

Um einen solchen Antrag allerdings stellen zu können, muss jede einzelne Schule ein so genanntes „technisch-pädagogisches Medienkonzept“ aufstellen, das den Einsatz der Medien innerhalb des Unterrichts und die technische Durchführung dessen beinhalten muss. Dabei wolle sich die Stadt in Zusammenarbeit mit den Schulen von einer externen Firma beraten und bei dem Prozess begleiten lassen, denn die Aufstellung dieses Konzeptes sei sehr umfangreich.

Bisher steht bei einigen Schulen schon der pädagogische Teil, wie zum Beispiel bei der Gemeinschaftsgrundschule Haßlinghausen. Die Schüler sollten zur selbstständigen Internetnutzung angeregt werden und zu allererst lernen, wie Medien überhaupt funktionieren, erklärt Schulleiter Benedikt Heufken. Ziel sei es, die Kinder ab der zweiten Klasse zu „mündigen Internetnutzern“ zu erziehen, damit sie erkennen können, wann sie es zum Beispiel mit Fake News zu tun haben. An einem alltäglichen Beispiel wie der Klassensprecherwahl sollen ihnen digitale Programme näher gebracht werden, um im nächsten Schritt ebenfalls zu lernen, wie einfach eine solche Wahl beeinflusst werden könnte.

Unterricht wird durch digitale Strukturen individueller

Auch der normale Unterricht soll digitaler werden: Ob in Mathematik, Deutsch oder Sachkunde: In jedem Fach können Laptops oder iPads gut integriert werden. Das Ziel dabei sei, dass jeder Schüler individuell am eigenen iPad arbeiten kann und nicht nur eins für die ganze Klasse zur Verfügung steht. Dafür brauche Heufken für seine Grundschule viermal 16 Geräte sowie einen beweglichen Schrank mit Laptops, der von Klassenzimmer zu Klassenzimmer geschoben werden kann.

Wann sie mit der Aufstockung rechnen können, sei noch nicht klar. Laut Bundesministerium für Bildung und Forschung soll das Geld in den Jahren 2021 bis 2025 an die Schulen fließen. Die Stadt muss dabei einen Eigenanteil von 10 Prozent übernehmen. Erst einmal müssten aber alle Schulen in Sprockhövel an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Dafür solle ein Teil des Geldes aufgewendet werden, bestätigt Evelyn Müller.