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Dieser Junge erfüllt sich den Traum vom eigenen Café.

Dieser Junge erfüllt sich den Traum vom eigenen Café.

Lucas Kemna startete bereits in jungen Jahren als Hobbyröster. Doch sein Weg sollte ihn noch viel weiter führen.

Sprockhövel. Während viele in seinem Alter nicht wissen, was sie beruflich machen möchten, weiß es Lucas Kemna ganz genau: Er möchte ein eigenes Café. Das ist ein Traum, den der junge Mann seit seiner Kindheit hat. Und diesen Traum erfüllt er sich jetzt auch. Der 19-Jährige hat erst vor wenigen Monaten sein Abitur gemacht und nimmt in Kürze ein Studium auf — Mathematik und Physik auf Lehramt soll es werden. Sein Herz aber schlägt für Kaffee, darauf hat er sich im Laufe der Jahre auch spezialisiert. Trotzdem möchte er außer der Eröffnung des Cafés studieren, auch wenn er seine Bestimmung in der Leitung des Kaffeehauses sieht: „Mathematik und Physik sind da eher als Plan B gedacht“, scherzt Kemna.

Mit jungen Jahren fing Kemna als Hobbyröster an. Dafür nutzte der damals 13-Jährige die Garage seiner Eltern an der Bochumer Straße in Sprockhövel. Mit seinem damaligen 150-Gramm-Röster, den Kemna als ein „Hamsterrad mit einem kleinen Heißluftfön“ beschreibt, fertigte er Mixturen an und verteilte sie damals an Familie, Freunde und Bekannte. Im Laufe der Zeit war der kleine Röster aber nicht genug. Der junge Kaffee-Spezialist entschied sich, sein Hobby zum Beruf zu machen, und besorgte sich einen großen, bis zu fünf Kilo fassenden Industrieröster. Mit 18 Jahren meldete er dann sein Gewerbe „Lulus Coffee Factory“ an — „Lulu“ ist dabei der Spitzname, den Kemna von seiner Familie hat, so wird er auch von allen genannt. Aus seinem Spitznamen machte der Kaffeeliebhaber eine Marke — und die erste Kaffee-Rösterei der Stadt Sprockhövel. Seitdem beliefert der Kaffeespezialist sowohl Privatkunden, als auch Cafés in der Region. Dass er seitdem keine Zeit für andere Hobbys hat, sei nicht schlimm, dafür gehe er seinem Traum nach. Und Kaffee sei auch ein Hobby.

Kemna war bewusst, dass er nicht den Rest seines Lebens aus der Garage seiner Eltern agieren wollte. Er wollte sein eigenes Café, gänzlich im italienischen Stil, und erfüllte sich diesen großen Traum. An der Hauptstraße 42 in Niedersprockhövel wird man künftig den jungen Mann und sein Café finden. Täglich von 11 bis 19 Uhr wird es außer einer ganzen Bandbreite an Kaffee-Sorten auch Kuchen, Süppchen und Müsli geben. „Wenn man mittags etwas leichteres zu seinem Kaffee essen möchte, eignet sich Müsli“, erläutert Kemna, „und irgendwie passen Kaffee und Müsli ja auch zusammen.“ Das Café ist zwar im italienischen Stil eingerichtet, doch wird es weiter exotischen Kaffee aus Guatemala, Äthiopien, Brasilien und anderen Ländern geben. „Wir haben Kaffee aus fast allen Ländern“, berichtet Kemna, „eigentlich von überall, wo Kaffee wächst“. Zu seinen „Bestsellern“ gehört übrigens die „Symphonie 3“, eine Mischung aus zwei verschiedenen Bohnen aus Indien und einer Bohne aus Guatemala. Die Kaffeebohnen kommen also nicht von irgendwo, und auch nicht von irgendwem. Der Jungunternehmer pflegt den Kontakt zu seinen Lieferanten — und das sind unter anderem Bauern aus Brasilien, mit denen der Kaffeespezialist persönlich handelt. Der Kaffee kommt also direkt von der Plantage zu Kemna, und nicht vom Supermarkt.