Die Sprockhöveler Hauptstraße wird zur Festmeile

25 Jahre WIS : Die Hauptstraße wird zur Festmeile

Modenschauen, Kinderattraktionen, kulinarische Erlebnisse und viel Musik – das 25. Stadtfest ließ kaum Wünsche offen.

Völlig außer Atem springt Chiara aus der Hüpfburg. An eine Pause mag sie jedoch nicht denken. Schließlich warten noch viele Spielstationen auf dem Platz vor der Volksbank darauf, ausgetestet zu werden. Den Schminkstand hat die junge Dame schon hinter sich – auf ihrem Gesicht prangt ein bunter Schmetterling. Während einige Jungen und Mädchen gebannt vor der Bühne hocken und der Geschichte der Pyramiden lauschen, die von orientalischen Tänzerinnen erzählt werden. Chiara will aber erst einmal eine Runde mit den E-Autos drehen. Wer sagt denn, dass Autofahren Jungssache ist?

Der Nachmittag steht auf dem Sprockhöveler Stadtfest ganz im Zeichen der Familien. Die sind jedoch nicht nur Gäste, sondern gestalten das Programm auch tatkräftig mit. Sprockhöveler Kindertagesstätten, die Grundschule Börgersbruch, der Förderverein Freibad oder die Pfadfinder von St. Januarius laden an Spiel- und Verpflegungsstationen zu einem Besuch ein.

Vor der Zwiebelturmkirche sitzen die Besucher beisammen und lassen bei Kaffee und Kuchen das vergangene Jahr Revue passieren, bevor es die Hauptstraße weiter hinauf geht, vorbei an Ständen der Geschäftsleute. Vor „Mode pro Te“ hat sich eine Menschentraube gebildet. Inhaberin Annette Möller präsentiert hier gerade die aktuellen Herbsttrends in einer Modenschau.

Am Cocktailstand gab es Urlaubsstimmung

Karl-Heinz Knufinke und sein Freund haben den Rundgang bereits hinter sich und genießen vor dem Oktoberfestzelt auf dem Sparkassenvorplatz ein erstes Bier. „Ich komme regelmäßig zum Stadtfest“, so Knufinke. „Ich habe lange in Sprockhövel gewohnt und arbeite hier und bin der Stadt bis heute eng verbunden. Das Stadtfest ist immer eine gute Gelegenheit, alte Bekannte zu treffen und ein bisschen zu plaudern.“

Da kommt es den beiden Herren gerade recht, dass im Festzelt noch nicht viel los ist. Aber: „Das ändert sich noch“, ist Sandra Stolas überzeugt. Sie mixt am Stand des Sprockhöveler Restaurants Sukhothai exotische Cocktails. „Der Eröffnungsabend war sehr gut besucht. Bis in die Nacht hinein haben wir einen Drink nach dem anderen verkauft.“ Gefragt waren vor allem Caipirinha, Mojito und Mai Tai. „Das ist ein bisschen wie Urlaub vor der Haustür.“

Das Urlaubsgefühl erweitert eine Gruppe von drei jungen Leuten gleich nebenan im Zelt der Stadtsparkasse. Ausgestattete mit unterschiedlichen Requisiten können sich die Stadtfestbesucher vor einer Plakatwand mit tropischen Palmen fotografieren lassen und haben dabei sichtlich Spaß. „Die Resonanz ist super“, erklärt Arndt Kos von der Sparkasse. „Mit den Accessoires wurden schon ganze Foto-Serien erstellt.“ Das beworbene Vorsorge-Produkt ist da für die Gäste eher Nebensache. Die Palmen ziehen übrigens in den nächsten Tagen um in die Schalterhalle (auch in Haßlinghausen). Wer also noch einen Urlaubsschnappschuss braucht ….

Wenige Meter weiter erneut ein Menschenauflauf. Mittendrin Nele mit ihren Freundinnen. „Bummeln, schlemmen, Leute treffen“ bringen die drei es auf den Punkt, warum das Stadtfest Pflichtprogramm ist. So ganz nebenbei bekommen sie ein Konzert der Sprockhöveler Band Blue House geliefert, die eine regelrechte Fanbase in der Stadt hat. Sänger Janik entlockt einem Besucher die Aussage, er sei sogar eineinhalb Stunden gefahren, um die Band zu sehen. Bevor die Bühne zum Beben gebracht wird, hat die Band noch eine gute Nachricht für die Fans: Gitarrist Oliver, der ursprünglich für sein Studium die Band verlassen wollte, bleibt jetzt doch. Angespornt von reichlich Applaus legen sich die Musiker ins Zeug und beschallen die Hauptstraße.

Gefeiert wird am Ende bis in den späten Abend. Am Sonntag öffneten auch die Geschäfte entlang der Hauptstraße und lockten die Besucher mit Aktionen und Rabatten. Und sogar das Wetter hatte ein Einsehen. Von dem angekündigten Regen blieb das Stadtfest weitgehend verschont.

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