Die neuen Öffnungszeiten im Freibad Sprockhövel wurden nicht gut angenommen.

Schwimmen : Testlauf im Freibad Sprockhövel lief „unglücklich“

Die neuen Öffnungszeiten wurden nicht gut angenommen. Das lag auch am Wetter.

Das ist ein wenig unglücklich gelaufen“, sagte Marcel Beckers, Vorsitzender des FFS (Fördervereins des Freibades Sprockhövel), und sprach damit auf den Testlauf in der 33. Kalenderwoche an. Da hatte der Förderverein nämlich angeregt, die Öffnungszeit des Freibades von 19 auf 20 Uhr zu verlängern, wobei der Kassenschluss jeweils eine Stunde vorher angesetzt war.

Während in den Vorwochen brütende Hitze jenseits der 35-Grad-Marke herrschte, waren die Temperaturen in der Testwoche eher moderat, und entsprechend zurückhaltend fiel der Besuch der späten Badegäste aus, die nach dem beruflichen Alltag noch mal ein paar Züge in den blauen Fluten schwimmen wollten. „Und am Montag war wegen des Gewitters ganz zu“, so berichtet Beckers, der selbst wegen seiner beruflichen Beanspruchung nur selten vor 18 Uhr das Kassenhäuschen an der Bleichwiese erreicht hatte und sich gerne am frühen Abend sportlich erfrischt hätte.

„Wer abends nach der Arbeit schwimmen will, der tut das“

Bezüglich des zurückhaltenden Besuches wegen der nicht mehr ganz so heißen Temperaturen hat Ralph Holtze, Leiter der ZGS (Zentrale Gebäudebewirtschaftung), in deren Zuständigkeit das Freibad fällt, seine eigenen Ansicht.

Holtze sagt: „Wer abends nach der Arbeit schwimmen will, der tut das, egal ob 23 oder 28 Grad Außentemperaturen herrschen. Das sehen wir ja bei unseren Frühschwimmern, die auch bei jedem Wetter ins Wasser gehen. Außerdem hatten wir Mittwoch, Donnerstag und Freitag Temperaturen von 23 und 24 Grad bei gutem Wetter. Wenn da trotzdem nur zehn bis zwölf Menschen schwimmen wollen, dann kann ich es meinen Mitarbeitern nicht zumuten, dafür Überstunden zu leisten.“

Insgesamt sind Förderverein und ZGS mit dem Besuch seit dem 1. Mai, dem Eröffnungstag, mehr als zufrieden. „Ich denke, dass wir auf zirka 50 000 Besucher kommen werden“, schätzt Marcel Beckers, und Ralph Holtze, dem die Zahlen vorgelegt werden, sieht das ähnlich optimistisch. „Einen riesigen Besucherandrang gab es auch am 12. August bei unserem Badewannenrennen“, freut sich Beckers über den schon zum fünftem Mal ausgetragenen Jux-Wettkampf.

Die 50 000 Besucher sind es auch, die den Förderverein ermutigt haben, einen Förderantrag zur Installierung einer Wasserrutschbahn bei Vital NRW zu stellen. „Davon erhoffen wir uns eine weitere Steigerung der Attraktivität unseres Bades“, so Beckers.

Am 7. September soll der
letzte Badetag sein

Und wie lange soll der nasse Spaß an der Bleicherwiese noch andauern? Ralph Holtze hat da schon feste Vorstellungen: „Am 8. und 9. September haben wir unser Stadtfest, und Freitag, der 7. September wird der letzte Badetag sein.“

Holtze begründet diesen Termin: „Es wird jetzt nicht nur abends früher dunkel, sondern die Außentemperaturen sinken in der Nacht auf bis zu acht oder neun Grad, was für das Wasser gleichzeitig einen erheblichen Wärmeverlust bedeutet. Und da wir im Freibad eine Badetemperatur von 24 Grad garantieren, ist für unsere Tag und Nacht laufende Heizung der Energieaufwand entsprechend erheblich höher. Deshalb ist die Badesaison am 7. September für dieses Jahr endgültig beendet.“

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