Die Freiwilligenbörse füllt sich immer mehr mit Inhalt

Die Freiwilligenbörse füllt sich immer mehr mit Inhalt

Erste ehrenamtliche Helfer gibt es. Bis März soll die alte Kapellenschule als Bürgertreff hergerichtet sein.

Haßlinghausen. Haßlinghausen hat bald eine gute Stube. Eine Jahr nach dem Erwerb hat die Stadt die ehemalige Kapellenschule in der Dorfstraße 13 durch kleine Veränderungen im Untergeschoss jetzt so weit hergerichtet, dass dort ein Bürgertreff und das Büro einer Freiwilligenbörse untergebracht werden können. Am 7. März soll Eröffnung sein.

Fachwerkbalken, niedrige Decken und Türen schaffen ein heimeliges Ambiente. Dadurch, dass eine Trennwand in den zuletzt vom Kochstudio Köhnen genutzten Räumen herausgenommen wurde, ist ein Gruppenraum für bis zu 24 Personen entstanden. Die kleine Küche, die sich anschließt, ist bereits ausgestattet.

Zufrieden ist Bärbel Mays, die sich im Seniorenbüro der Stadt seit einem halben Jahr mit dem Aufbau einer Freiwilligenbörse beschäftigt, auch mit dem Stand dieser "Bauarbeiten."

Erste Ankerpunkte gibt es. So bietet Erich Tolle wie bereits bisher für den VdK Hilfe beim Ausfüllen von Formularen an. Auch eine Frau hat sich dafür zur Verfügung gestellt.

"Besonders froh bin ich, dass sich drei, vier handwerklich erfahrenen Männer gemeldet haben, um für ältere Menschen kleine Hilfen zu übernehmen", sagt Mays. Dazu könne das Wechseln einer Glühbirne oder von Batterien, das Aufhängen von Gardinen ab er auch Mal eine Besorgung oder ein Besuch gehören.

"Ein Physiklehrer, ein Ingenieur und ein Elektriker - alle im Ruhestand - sind dabei", berichtet sie über das bunte Völkchen Ehrenamtlicher, das sich gemeldet hat und auch rege in der Arbeitsgruppe "Freiwilligenbörse" mitarbeitet, um weitere Ideen zu entwickeln. Die Leselernhelfer-Initiative, die bereits an Grundschulen in Niedersprockhövel hilft, würde im neuen Bürgertreff gerne einen neuen Stützpunkt erhalten. Der Verein Kehlkopfloser möchte dort einen Treff vereinbaren und die Agenda Gruppe hat die gut 200 Jahre alte ehemalige Kapellenschule als Pausenstation auf ihrem Agenda-Pfad auserkoren.

"Auch einen Frühstückstreff können wir uns hier vorstellen", sagt Evelyn Müller, Vorsitzende des Fachbereichs Jugend, Familie und Soziales der Stadt. Alle Generationen seien willkommen.

"Es melden sich immer wieder neue Leute, die auf die ein oder andere Art ehrenamtliche Hilfen anbieten", freut sich Bärbel Mays und ermuntert weitere Menschen, die gerne ein Talent für die ehrenamtliche Hilfe einsetzen möchten, dazu. Was sie sich allerdings noch wünscht, ist, dass sich auch Menschen bei ihr melden, die Hilfen benötigen. Bisher ist da nur eine alleinerziehende Mutter aus der Ukraine, die sich für ihren Sohn Umgang mit älteren Menschen wünscht, quasi als Großelternersatz.

"Ich bin aber sicher, wenn das erst einmal läuft, und die Hemmschwelle überwunden ist, dann werden viele weitere kommen", sagt sie. Das sei auch die Erfahrung aus anderen Städten mit ähnlichen Projekten. Über die Pflegeberatung im Seniorenbüro habe die Stadt in jedem Fall Kontakt zu Menschen, die für Hilfen in Frage kämen.

Insgesamt ist noch etwas Spielraum, ich bin sehr gespannt, was hier alles entsteht", sagt Evelyn Müller.

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