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Die Arbeitslosenquote im EN-Kreis steigt im Juli auf 7,2 Prozent an

Arbeitsmarkt : Die Arbeitslosenquote im EN-Kreis steigt im Juli auf 7,2 Prozent an

Fast 5000 Betriebe mit 77 500 Angestellten haben bisher einen Antrag auf Kurzarbeitergeld gestellt.

Viereinhalb Monate nach Beginn der Pandemiemaßnahmen ist die Arbeitslosigkeit im Ennepe-Ruhr-Kreis stärker gestiegen als noch im Juni. Die Zahl der Arbeitslosen wuchs im Juli um 420 oder 3,5 Prozent auf 12 503. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um weitere 0,2 Punkte auf 7,2 Prozent. Vor einem Jahr waren es fast 3 000 Arbeitslose weniger, die Quote lag bei 5,5 Prozent.

„Obwohl der Einsatz von Kurzarbeit einen noch stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindert hat, sorgen die Corona-Folgen und die üblichen Auswirkungen der Hauptferienzeit im Kreis für den fünften Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Folge und damit für eine weitere Verschlechterung der Arbeitsmarktlage. Die Arbeitslosmeldungen nach Erwerbstätigkeit und Ausbildung sind wieder gestiegen. Dagegen bleibt die Zahl von Menschen, die aktuell eine neue Beschäftigung oder Ausbildung finden, weit dahinter zurück“, so Katja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen.

„Die Kurzarbeit ist auf einem neuen Höchststand. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Abrechnungen und Auszahlungen schnell und zuverlässig vorzunehmen. Inzwischen sind zumindest für den gesamten Agenturbezirk die tatsächlichen Kurzarbeiterzahlen aus der ersten Phase der Coronazeit bekannt. Im März waren es 1937 Betriebe mit 15 000 Kurzarbeitern.“

Im Juli entwickelte sich die Arbeitslosigkeit im Ennepe-Ruhr-Kreis in den beiden Rechtskreisen unterschiedlich. In der Arbeitslosenversicherung waren 5156 Kunden der Arbeitsagentur (432 oder 9,1 Prozent mehr als im Vormonat), während in der Grundsicherung 7347 Kunden durch das Jobcenter EN betreut wurden (zwölf oder 0,2 Prozent weniger). Hinsichtlich der Zielgruppen gab es überwiegend wachsende Zahlen.

Corona-Pandemiemaßnahmen und Sommerpause waren für den Kräftebedarf im Kreis nicht besonders zuträglich. 296 neue Stellen bedeuteten gegenüber dem Vormonat einen geringen Rückgang um 18 oder 5,7 Prozent. In Relation zum Vorjahresmonat war dies sogar eine Abnahme um 183 Stellen oder 38,2 Prozent. Personaldienstleister hatten mit 111 neu gemeldeten Stellen weiter leicht steigenden Bedarf. Danach folgten der Handel (36), das verarbeitende Gewerbe (33), das Gesundheitswesen (24), das Baugewerbe (21) und die öffentliche Verwaltung (18). Das Gastgewerbe meldete nur sieben Stellen. Die Zahl aller bei der Arbeitsagentur gemeldeten Stellen insgesamt erhöhte sich marginal um neun oder 0,6 Prozent auf 1477 Stellen, war aber um 858 geringer als im Vorjahr (-36,7 Prozent).

Der Eingang neuer Kurzarbeitsanzeigen verringerte sich im Juli erwartungsgemäß. Weitere 48 Unternehmen im Kreis meldeten Arbeitsausfälle für bis zu 656 Personen an. Seit dem Beginn des Shutdowns gab es damit mehr als 3300 Anzeigen aus nahezu allen Branchen für über 45 600 potentiell betroffene Arbeitnehmer. Im gesamten Bezirk, also inklusive der Stadt Hagen, waren es über 5000 Anzeigen für rund 77 500 Personen.

Der Schwerpunkt der Bearbeitung hat sich schon lange auf die Prüfung der Abrechnungslisten und die Auszahlung des Kurzarbeitergeldes verlagert. Nach Ablauf von drei Monaten kann diese erfolgen, da die Betriebe innerhalb dieses Zeitraums Kurzarbeit abrechnen.

Der März konnte inzwischen abgerechnet werden. Danach wurde im gesamten Agenturbezirk Kurzarbeitergeld an 1937 Betriebe für 14953 Arbeitnehmer ausgezahlt. Im Vergleich zu den in den Kurzarbeitsanzeigen von März für dieselbe Region genannten Zahl von Arbeitnehmern hat sich damit eine hohe tatsächliche Inanspruchnahme der Hilfen von 86,5 Prozent gezeigt.