Das Radfahrklima in Sprockhövel ist nur Mittelmaß

Umfrage : Das Radfahrklima in Sprockhövel ist nur Mittelmaß

Sprockhövel erhielt bei der Umfrage des ADFC eine 3,9 und liegt beim Ranking in der Mitte.

Mit der Schulnote 3,9 bewerten Radler in Sprockhövel die Radfahrverhältnisse in ihrer Stadt. Das ist das Ergebnis des aktuellen Fahrradklimatests des ADFC. Sprockhövel landete im Vergleich zu Städten ähnlicher Größe im Mittelfeld.

Alle zwei Jahre führt der ADFC den Fahrradklimatest durch. Dabei dürfen Bürger einen Fragebogen ausfüllen, um die Situation von Radfahrern in ihrer Stadt zu beurteilen. Sprockhövel landete auf Platz 150 unter den 311 Städten mit 20 000 bis 50 000 Einwohnern. Auf Landesebene ist Sprockhövel bei Städten dieser Größe auf Platz 44 von 82. Das Ergebnis weicht insgesamt nicht weit von dem Ergebnis aus 2016 ab.

Zu den Stärken Sprockhövels gehört die geringe Rate an Fahrraddiebstählen. Auch im Vergleich zu anderen Städten schneidet Sprockhövel dabei mit einer 2,6 gut ab. Auch die Erreichbarkeit des Stadtzentrums mit dem Rad bekam mit einer 2,9 eine gute Wertung. Den meisten Teilnehmern macht laut Angabe Radfahren in Sprockhövel Spaß – hier gab es ebenfalls eine 2,9. Schwächen der Stadt sind nach Ansicht der Radfahrer die Ampelschaltungen, die nicht gut auf ihre Bedürfnisse eingestellt sind (Note 4,8). Schlechte Noten gab es auch beim Thema Verfügbarkeit von öffentlichen Fahrrädern (5,2). Deutlicher schlechter abgeschnitten als andere Städte hat Sprockhövel beim Winterräumdienst. Dieser wurde mit der Note von 4,9 bewertet, 0,8 Punkte weniger als der Durchschnitt.

Radfahrer fühlen sich von Autos bedrängt und behindert

Schlechte Noten gab es auch in der Kategorie Sicherheit. Für das Sicherheitsgefühl gab es nur ein 4,0, die gleiche Note beim Thema Hindernisse auf Radwegen. Die Häufigkeit der Konflikte zwischen Radfahrern und Autofahrern bewerteten die Befragten mit einer 3,8. Und bei der Frage ob sie sich beim Fahren gemeinsam mit Autos sicher oder eher bedrängt und behindert fühlen, gaben die Teilnehmer sogar nur eine 4,4.

Bessere Noten gab es in der Kategorie „Infrastruktur und Radverkehrsnetz“. Demnach seien das Stadtzentrum, aber auch weitere Ziele gut erreichbar (2,9). Für die Menge freigegebener Einbahnstraßen gab es aber nur eine 3,8. Ob man komfortable und sichere Abstellmöglichkeiten findet, bewerteten die Teilnehmer mit einer 4,0. Und die Führung an Baustellen vorbei bekam eine 4,6.

Zum ersten Mal wurde in der Befragung in diesem Jahr auch die Familienfreundlichkeit abgefragt. Dabei gab es für Sprockhövel – wie fast überall – mäßige Noten. Dabei ging es zum Beispiel darum, wie sicher es sei, Kinder alleine mit dem Rad fahren zu lassen, da gab es eine 4,4.

Seit 2012 gibt es nur wenige Veränderungen in der Bewertung. Schlechter fiel die Bewertung vor allem bei den wahrgenommenen Stellenwert des Radfahrens in der Stadt aus, die sich zum Beispiel durch Reinigung und Räumung der Radwege (4,1/4,9) oder die Ausrichtung von Ampelschaltungen für Radfahrer (4,8) zeigt. Positive Veränderungen sind vor allem im Fahrrad- und Verkehrsklima zu finden, was sich an der gefühlten Verbreitung des Radfahrens („Alle fahren Rad“, Note 3,1) und positive Medienberichte (Note 3,4) deutlich wird.

Mehr von Westdeutsche Zeitung