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Das "click and meet" in Sprockhövel läuft schleppend an.

Seit Freitag dürfen Händler in Sprockhövel „click and meet“ anbieten, die Kunden noch bleiben fern : Kein Ansturm der Käufer in den Sprockhöveler Geschäften

Seit 7. Mai darf der Handel in Sprockhövel „click and meet“ anbieten. Die Resonanz der Kunden ist noch verhalten.

Die Corona-Notbremse wurde in Sprockhövel teilweise gelockert. Seit Freitag, 7. Mai, können Einzelhändler wieder das „click and meet“-Verfahren anbieten. Kunden können dann bei Beachtung der Maskenpflicht mit Termin und nach Vorlage eines tagesaktuellen negativen Schnelltests in den Geschäften einkaufen. Dies gilt auch für Menschen, die vollständig geimpft oder genesen sind, in diesen Fällen entfällt die Pflicht zum Testnachweis.

„Es hat sich im Vergleich zum Vortag gar nichts geändert“, sagt Bianca Herrling, Eigentümerin des Kindermodenladens „Lutz & Lucy“, über die Situation am Freitag. Sie könne keinen großen Ansturm beobachten, nun, da „click and meet“ wieder möglich sei. Die Testpflicht sieht Herrling als große Hürde. Viele Kunden hätten abgeschreckt reagiert und seien verunsichert, welche Bestimmungen aktuell gelten. „Insgesamt ist die Stimmung in Bezug auf das Shoppen gedrückt“, sagt Herrling. Eine Änderung erwartet sie erst, wenn der Inzidenz-Grenzwert von 100 an fünf Tagen erreicht wird und damit das Einkaufen wieder ohne Test ermöglicht wird.

Die Testpflicht erschwert
das Shopping für Kunden

Enttäuschend sei der Start am Freitag verlaufen, sagt auch Ute Weber, die auf der Hauptstraße in Sprockhövel das Spielwarengeschäft „Zwergenhäuschen“ betreibt. Es sei wenig los und sie bemerke keine Veränderung zum „click and collect“. „Die Leute lassen sich nicht extra testen, um in so ein kleines Geschäft zu gehen“, sagt Weber. Sie hatte gehofft, dass der Freitag als erster „click and meet“-Tag sich positiv auswirke, da sich Menschen in Hinblick auf das Wochenende testen ließen und dies „mit ein bisschen Bummeln“ verbinden. Zu Zeiten vor Corona sei ihr Laden freitags gut besucht gewesen. „Je länger die Pandemie dauert, desto mehr merkt man Müdigkeit und Resignation bei den Kunden“, sagt Weber. Zudem geht sie davon aus, dass die Kunden angesichts sinkender Inzidenz-Zahlen mit dem Shopping auf die nächste Lockerungsstufe warteten.

„Viele haben es noch nicht auf dem Schirm, dass ‚click and meet‘ wieder möglich ist“, sagt Sandra Kern vom Atelier-Laden „Kreativothek“. Bisher sei noch kein Termin zum Einkaufen bei ihr angefragt worden, erzählt sie am Freitagnachmittag. Auch von anderen Einzelhändlern habe sie erfahren, dass die Nachfrage nach Terminen gering sei. Die Pflicht, einen negativen Test nachzuweisen, erschwere es für Kunden. Ferner seien die Kunden, aber auch die Händler verunsichert über die aktuellen Regeln. „Wenn es uns Gewerbetreibenden schon schwerfällt, den Überblick zu behalten, ist es für Kunden noch schwieriger“, sagt Kern.

Weitere Lockerungen für den Handel ergeben sich, wenn die Inzidenz an fünf zählbaren Tagen nacheinander den Grenzwert 100 unterschreitet. Liegt er an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 150, wird die Notbremse angezogen.